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Werbe-Spot(t): Sparkassen verulken böse die Commerzbank

Feine Spitzen gegen die Konkurrenz – so kann Werbung Spaß machen. Gerade keilen die Sparkassen gegen die Commerzbank.

Die Bilder gleichen sich im Video der Commerzbank und der „0815-Bank“. Der Spot stammt von den Sparkassen. „Herr Lohmann“ im Sparkassen-Spot lässt aber ganz andere Dinge ab als Lena Kuske von der Commerzbank.

Die Bilder gleichen sich im Video der Commerzbank und der „0815-Bank“. Der Spot stammt von den Sparkassen. „Herr Lohmann“ im Sparkassen-Spot lässt aber ganz andere Dinge ab als Lena Kuske von der Commerzbank.

Foto: Youtube / YouTube

Berlin/Frankfurt.  Die Sparkassen ärgern die Commerzbank, ohne sie zu nennen: Aktuell macht ein Werbe-Spot(t) Furore, der voller Anspielungen ist.

Die Zuschauer kennen schon Sparkassenwerbung, in der verzweifelte Manager von Banken „das mit den Fähnchen“ machen wollen statt eines weitverzweigten Filialnetzes. Viele kennen auch die Werbung von smarten joggenden Commerzbank-Mitarbeitern, die von den Vorzügen schwärmen. Genau diese Werbung hat die Sparkasse nun kopiert. Dabei lässt sie einen nicht ganz so smarten Mitarbeiter der „0815-Bank“ japsen.

So schnauft der Mann, der Herr Lohmann heißt und damit fast so wie die Bank Lehman Brothers, die die Finanzkrise ausgelöst hatte: „Zeit, dass jemand mal sagt, was wir wirklich denken.“ Während die Bilder überwiegend identisch sind wie in einem Commerzbank-Spot vom Sommer 2013, wird der Bankberater nun zum Schreck aller Kunden: gierig, diebisch, von oben herab.

Dabei joggt Lohmann unterhalb eines großen, gelb beleuchteten Hochhauses in Frankfurt, dessen Logo verpixelt ist. Der Bankenturm heißt in einem anderen Spot aus der Werbekampagne „C-Tower“ und Lohmann Experte für „Kommerz- und Bankfilialen“. Werbemotto ist „Die andere Seite ihrer Bank“ – anstelle „Die Bank an ihrer Seite“.

Die Commerzbank nimmt es offenbar gelassen. „Die Persiflage unserer Kampagne ist ein schöner Beleg für ihren Erfolg“, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt. Und offenbar eine Retourkutsche für Andeutungen der Commerzbank Richtung Sparkasse.

Die von „Jung von Matt/Spree“ gestaltete Sparkassen-Kampagne gegen die „0815-Bank“ geht aber viel weiter. Auf der Seite 0815-bank.de finden sich nicht nur die Videos, sondern auch der Hinweis, die Seite sei „wieder online“. Und wer die angegebene Telefonnummer („Unser Anrufbeantworter ist 24 Stunden für Sie da“) wählt, bekommt nicht mal Gelegenheit, bei einem „unserer acht Berater“ Dampf abzulassen. Nicht einmal auf dem AB: „Achtung, es steht kein Speicherplatz mehr für die Beantwortung von Sprachnachrichten zu Verfügung.“ Tuuuuuuut.

Sparkasse im Impressum der 0815-Bank

Wer Anschluss sucht, findet ihn aber doch: Nach deutschem Recht müssen die inhaltlich Verantwortlichen angegeben werden: Im Impressum der 0815-Bank-Seite taucht dann der Sparkassen- und Giroverband auf. Auf Twitter wird der Verband aber auch erinnert, dass er nicht zu offensiv mit dem Finger auf andere zeigen sollte.

Die Sparkassen sind nicht die einzigen, die Rivalität in der Werbung zum Spaß der Kunden austragen. 1&1 und Telekom ärgerten sich bereits vor Monaten gegenseitig mit Werbespots. Bei 1&1 taucht ein Magenta-Mann auf, der sich darüber ärgert, dass 1&1 das beste Netz hat. Für die Telekom dreht sich ein Kind angewidert weg, als es ein anderes fragt: „Bist du bei 1&1 oder was?“ Ein Telekom-Handy bringt hier die Rettung. Von den Spots gibt es auf Youtube nur gekürzte Versionen.