Berlin –

Transplantationen in fünf deutschen Kliniken manipuliert

Berlin. An Kliniken in Berlin, München, Heidelberg, Jena und Köln hat es zwischen 2010 und 2012 Manipulationen bei Herztransplantationen gegeben. Die Zentren hätten Medikamente genutzt, um den Patienten kränker erscheinen zu lassen, als er tatsächlich gewesen sei. Dies teilten die Überwachungskommission für Transplantationen bei der Vorstellung ihres Jahresberichts mit.

Demnach hat es beim Deutschen Herzzentrum Berlin und der Herzchirurgischen Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München „systematische Manipulationen und Auffälligkeiten“ gegeben. An den Universitätskliniken Heidelberg, Jena und Köln-Lindenthal wurden in der Prüfperiode „systematische Richtlinienverstöße und Manipulationen“ festgestellt.

Nach den Worten der Vorsitzenden der Prüfungskommission, Anne-Gret Rinder, waren finanzielle Vorteile der Ärzte in keinem der Fälle Motivation zur Manipulation. Die Ärzte hätten möglicherweise die Zahl der Transplantationen in ihrer Klinik steigern wollen – oder sie hätten einfach ihre Patienten retten wollen.

2012 war bekannt geworden, dass zwei Mediziner der Göttinger Universitätsklinik ihre Patienten beim Empfang von Spenderlebern bevorzugt haben sollen. Seither werden die Transplantationszentren schärfer kontrolliert.