Kanadierin

Miss-World-Teilnehmerin darf nicht nach China einreisen

Anastasia Lin kann nicht an der Wahl zur Miss World in China teilnehmen. Beobachter vermuten ein politische Motiv bei der Einreiseverbot.

Anastasia Lin ist Model und Schauspielerin und Kritikerin der chinesischen Regierung.

Anastasia Lin ist Model und Schauspielerin und Kritikerin der chinesischen Regierung.

Foto: TYRONE SIU / REUTERS

Hongkong.  Chinesische Behörden haben der kanadischen Teilnehmerin zur diesjährigen Wahl der Miss World die Einreise verwehrt. Am Flughafen von Hongkong hatten sich damit die Hoffnungen von Anastasia Lin auf den Titel als schönste Frau der Welt bereits zerschlagen. Noch im Terminal gab Lin eine Pressekonferenz und verkündete das vorzeitige Ende ihrer Reise.

Anastasia Lin ist in China geboren, hatte das Land mit 13 Jahren verlassen und war nach Kanada gezogen. In Nordamerika arbeitet Lin als Model und Schauspielerin. Ihre Berühmtheit hatte die 25-Jährige immer wieder genutzt, um direkt oder indirekt Kritik an der chinesischen Politik zu äußern. So hatte Lin Sympathie für die Falun-Gong-Bewegung gezeigt. Laut chinesischer Regierung geht von dieser religiösen Bewegung eine Bedrohung für den Staat aus, weshalb Falun-Gong-Anhänger auch systematisch von den Behörden verfolgt werden.

Lin kritisiert immer wieder China

Bei ihrer Pressekonferenz in Hongkong sowie in einem Facebook-Beitrag hat Anastasia Lin diese viel kritisierte Verfolgung erneut angesprochen. Sie forderte die Medien dazu auf, den chinesischen Behörden weiterhin unangenehmen Fragen zu stellen. „Fragen sie, ob auch Athleten an den Olympischen Winterspielen 2022 gehindert werden, wenn sie den Ansichten der kommunisitischen Partei widersprechen“, schreibt sie.

Gleichzeitig äußerte Lin jedoch Hoffnung auf eine Teilnahme an den Miss-World-Wahlen in der chinesischen Region Sanya.

Nach der Verweigerung der Einreise suche sie weiterhin den Kontakt zu den Behörden und halte sich für eine Weiterreise bereit. Wie der „Spiegel“ berichtet, haben die Veranstalter zugesagt, dass Lin an der Wahl im kommenden Jahr teilnehmen könne, wenn die Einreise nach China nicht erfolge. (ac)