Ermittlungen

Mutter tötet bei Familiendrama erst die Kinder und dann sich

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Ein Kriminaltechniker sichert nach einem Familiendrama mit vier Toten in Hannover Spuren im Hauseingang einer Wohnung.

Ein Kriminaltechniker sichert nach einem Familiendrama mit vier Toten in Hannover Spuren im Hauseingang einer Wohnung.

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

Am Dienstag wurden in Hannover die Leichen einer vierköpfigen Familie entdeckt. Jetzt stehen die ersten Ermittlungsergebnisse fest.

Hannover.  Bei dem Familiendrama in Hannover mit vier Toten hat die 35-jährige Mutter nach den Ermittlungen der Polizei ihre beiden drei- und neunjährigen Kinder getötet und dann sich selbst. Der Familienvater starb nach den Ergebnissen einer Obduktion an Stichverletzungen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ob die Mutter zunächst den Vater tötete, steht im Moment nicht fest. Zu den Hintergründen der Tat sagte die Polizei nichts. Das Paar lebte nach Angaben von Anwohnern seit einiger Zeit getrennt.

Der 41-jährige Vater war am Dienstag erstochen in seinem Haus im Vorort Laatzen-Gleidingen von seinen Eltern entdeckt worden. Danach wurden auch Frau und Kinder tot in einer Erdgeschosswohnung in Hannover gefunden. Wie die drei ums Leben kamen, teilte die Polizei nicht mit.

Die Familie war erst vor zwei Jahren in den Klinkerbau in Gleidingen gezogen und hatte begonnen, das Haus zu renovieren, wie ein Nachbar am Mittwoch sagte. Auch nach der Trennung wurden die Kinder beim Vater gesehen. Nach Medienberichten soll es Streit über die Besuche der Kinder gegeben haben.

Die Tat sorgt für Entsetzen

In dem Vorort von Hannover herrscht Entsetzen und Ratlosigkeit am Tag nach der Tat. Auf der Treppe zum Haus der Familie im alten Dorfkern wurden Blumen abgelegt. Jemand hat ein rotes Grablicht angezündet. „Den Vater und die Tochter habe ich zuletzt am Martinstag gesehen“, sagte ein Nachbar, der seinen Namen nicht nennen will. „Er hat hier mit der Kleinen auf der Treppe gesessen.“ Die Frau sei längere Zeit nicht zu sehen und wohl krank gewesen. „Aber zum Laternenumzug war sie da.“

Am Dienstagabend begann sofort die Spurensuche: Ermittler in weißen Overalls wurden in der hell erleuchteten Erdgeschosswohnung aktiv. Von außen betrachtet ließ sich erkennen, dass die Wände offenbar gerade erst gestrichen worden waren. Die Wohnung wirkte unbewohnt. Möglicherweise wollte die Frau mit Sohn und Tochter hierher ziehen, doch dazu sagen die Polizisten nichts.

Immer wieder sind es Männer, die nicht nur sich selbst umbringen, sondern ihre ganze Familien auslöschen. Hintergrund dieser erweiterten Suizide seien oft konfliktbehaftete Trennungen, sagt die Kasseler Juraprofessorin Theresia Höynck, die zu dem Thema geforscht hat. Wie oft Mütter einen solchen erweiterten Suizid begehen, lasse sich nicht beziffern, sagt die Forscherin, betont aber: „Fälle, bei denen die Mütter auch den Ehepartner töten, sind eine große Ausnahme.“ Frauen, die ihre Kinder in den Suizid einbeziehen, sind oft psychisch krank. (dpa)

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