Reise

Abtauchen zu den Korallenriffs mitten in Leipzig

| Lesedauer: 2 Minuten

Great Barrier Reef als 360-Grad-Erlebnis im Panometer

Mit Daumen und Zeigefinger formen Taucher ein „O“ für Okay. Aber wie würden sie wohl in der Unterwassersprache „grandios“ sagen? Oder „zauberhaft“? Oder „überwältigend“? Zumindest für einen Moment sprachlos steht auch so manch ein Besucher in der neuen Ausstellung „Great Barrier Reef“, die seit Kurzem in einem ausgedienten Gasometer zu sehen ist. Das Rundumbild von Yadegar Asisi nimmt die Betrachter mit auf Tauchstation in eine faszinie­rende Unterwasserwelt zehn Meter unter dem Meeresspiegel – und lässt sie staunen – über ein Naturpanorama im Maßstand 1: 1, mitten in Leipzig.

Bunte Korallen türmen sich zu hohen Säulen, ein Schwarm Barrakudas tummelt sich im einfallenden Sonnenlicht, eine Muräne schlängelt sich durch die Rifflandschaft, während in der Ferne ein einsamer Hai seine Runden zieht. Taucher inspizieren blubbernd Flora und Fauna, die sich in Blau-, Azur- und Grünschattierung zeigt. Ein faszinierender Farbenrausch, zu dem die Wale ihre Gesänge anstimmen.

Wer auf den 15 Meter hohen Aussichtsturm inmitten der Ausstellung steigt, hat die perfekte Perspektive auf das Kunstwerk – und das Gefühl, in einem riesigen Aquarium zu stehen. Das 360-Grad-Bild auf der 32 Meter hohen und 110 Meter breiten, bedruckten Leinwand wirkt verblüffend dreidimensional, die Tiefe faszinierend. Spezielle Licht­effekte versetzen das submarine Geschehen in einen etwa 15-minütigen Tag-und-Nacht-Wechsel, Lautsprecher sorgen für den Unterwasser-Sound.

„In Wirklichkeit kann man unter Wasser selbst bei stark einfallendem Licht nicht so weit sehen“, sagt Asisi, der bei seinen Tauchgängen vor Ort rund 50.000 Fotos gemacht und später zusammenmontiert hat. Das Leben am Riff sei auch nicht so dicht, erzählt der 60-Jährige. „Als Künstler kann man diesen Naturraum aber idealisieren.“

Der gebürtige Wiener hatte vor mehr als zwölf Jahren aus den Begriffen „Panorama“ und „Gasometer“ kurzerhand das „Panometer“ kreiert und befüllt seitdem den einstigen Gasbehälter mit ­Visionen, die den Betrachter räumlich entführen und auf Entdeckungsreise schicken: Fans von Asisi wissen, dass sich der Künstler in seinen Werken auch immer selbst verewigt: Im „Great Barrier Riff „ ist er gleich zweimal als Taucher mit einer Unterwasserkamera in der Hand zu sehen. Und auch eine Bierflasche hat er traditionell versteckt – diesmal ein australisches Foster’s.

Das Rundbild Great Barrier Reef ist bis zum 18. September 2016 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen, 10 bis 18 Uhr. Adresse: Panometer, Richard-Lehmann-Straße 114, 04275 Leipzig, Tel. 0341/35553450, www.asisi.de

( srt )

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