Songcontest

Xavier Naidoo wehrt sich gegen „Reichsbürger“-Vorwürfe

Xavier Naidoo wurde als homophob und fremdenfeindlich bezeichnet. Diese Kritik lässt er nicht auf sich sitzen und erhält Unterstützung.

Der Sänger Xavier Naidoo soll nach dem Willen der ARD Deutschland beim kommenden ESC in Stockholm vertreten.

Der Sänger Xavier Naidoo soll nach dem Willen der ARD Deutschland beim kommenden ESC in Stockholm vertreten.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Hamburg.  In einem Internetbeitrag hat Xavier Naidoo auf die Kritik an seiner Person und der Nominierung zum Eurovision Song Contest (ESC) geantwortet. Er setze sich für Meinungsfreiheit und Toleranz ein, erklärte Naidoo auf der NDR-Webseite „eurovision.de“. Keiner, der ihn kenne, habe ihm „jemals auch nur annähernd das Gegenteil vorgeworfen“.

Von zahlreichen Kritikern wurde dem Mannheimer Sänger vorgeworfen, gegen Homosexuelle und Juden zu hetzen. Nach einer öffentliche Rede war Naidoo zudem vorgehalten worden, Theorien der sogenannten Reichsbürger zu vertreten. Die Gruppe erkennt die Bundesrepublik als Staat nicht an und strebt einen eigenen Staat an.

Naidoo sei auch kein „Reichsbürger“

Ihm widerstrebe, sich für etwas zu rechtfertigen, was er nicht sei, erklärte der Soulsänger aus Mannheim. Er sei froh, in einem bunten Deutschland zu leben „mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Religionen, über die ich mich freue“. Auch habe er immer betont, dass er die Auffassung der rechtspopulistischen „Reichsbürger“ nicht teile. „Ich stehe für Meinungsfreiheit“, betonte Naidoo und nannte es schade, dass Menschen, die ihn offensichtlich nicht kennen würden, substanzlos und schlecht über ihn redeten.

Der NDR-Journalist Jan Feddersen verteidigte Naidoo auch. Feddersen erklärte auf der NDR-Website, wie damals bei Guildo Horn werde jetzt auch am Beispiel Naidoos diskutiert, „ob so jemand, salopp formuliert, eurovisionsstubenrein ist. Ich finde: Er ist.“ Naidoo werbe für Toleranz und Anerkennung des Anderen. „Das muss man ihm nicht glauben, besser gesagt: Man darf skeptisch bleiben“, erklärte Feddersen. „Das, was er künstlerisch repräsentiert, steht vielleicht geschmacklich für manche in Zweifel, aber nicht als Pop-Act der erfolgreichsten Sorte.“

Kritiker sammeln Unterschriften gegen Naidoo

Unterdessen reißt die Kritik an Naidoo nicht ab. Auf der Internetseite „change.org“ unterzeichneten bis Freitagmittag mehr als 13.000 Menschen eine Online-Petition gegen den Auftritt Naidoos beim ESC im Mai 2016 Stockholm. „Ich möchte keinen homophoben Sänger beim ESC sehen“, hieß es in Kommentaren dazu, oder: „Keine Showbühne für Leute dieses Gedankenguts.“ Eine Petition für den Auftritt des Sängers fand bis dahin nur 18 Unterstützer.

Der 44-jährige Naidoo ist seit 20 Jahren im Musikgeschäft erfolgreich und stand mehrfach an der Spitze der deutschen Charts. Mit seinen Liedtexten und politischen Äußerungen löste er allerdings immer wieder Kontroversen aus. Die ARD hatte am Donnerstag erklärt, Naidoo sei ein Ausnahmekünstler und deshalb direkt nominiert worden. Die Zuschauer können am 18. Februar 2016 in der Show „Unser Song für Xavier“ darüber entscheiden, mit welchem Titel der Sänger beim ESC antritt. (epd)