Künstlerpaar

Führt neue Spur zur Tochter von Al Bano und Romina Power?

Die Tochter des Künstlerpaares Al Bano und Romina Power ist seit 1994 verschwunden. Nun gibt eine neue Spur – doch keine neue Hoffnung.

Ein Bild aus gemeinsamen Tagen: Al Bano mit seiner Tochter Ylenia Carrisi. Seit 1994 ist die junge Frau verschwunden. Nun gibt es angeblich eine neue Spur.

Ein Bild aus gemeinsamen Tagen: Al Bano mit seiner Tochter Ylenia Carrisi. Seit 1994 ist die junge Frau verschwunden. Nun gibt es angeblich eine neue Spur.

Foto: Ansa / picture-alliance / dpa/picture alliance

Rom.  Sie sangen so oft vom Glück, dass ihnen eigentlich gar kein Unglück widerfahren durfte: „Felicità“, der Ohrwurm aus dem Jahr 1982, machte Al Bano und Romina Power weltberühmt. Der Italiener aus Apulien und die Tochter des Schauspielers Tyron Power aus Kalifornien waren nicht nur auf der Bühne ein Traumpaar, sondern auch im privaten Leben. Und dann passierte ihnen das Schlimmste, was Eltern passieren kann: Ihr Kind verschwand spurlos.

Ylenia Carrisi, geboren 1970, älteste von vier gemeinsamen Töchtern des Paars, war in Süd- und Nordamerika unterwegs und lebte zuletzt in New Orleans. Seit Anfang Januar 1994 wurde sie nicht mehr gesehen. Jede Suche blieb vergeblich.

Eine angebliche Spur führte auch nach Deutschland

In den USA wurde Ylenia vermutet, in der Karibik, und sogar in Deutschland. Einmal ging die Polizei einer Spur nach, wonach die Leiche der jungen Frau in einem Stausee im Sauerland versenkt worden sei. Entdeckt wurde nichts. Die Mutter wollte nie an den Tod ihrer Tochter glauben und trat 2011 sogar in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ auf.

Nun gibt es eine neue Spur der Verschwundenen, die ein Gericht in Brindisi Ende 2014 auf Antrag des Vaters für tot erklärt hatte.

Frauenleiche wurde 1994 in Florida entdeckt

Die Spur führt nach Florida. Es geht um die Identifizierung einer dort 1994 am Straßenrand gefundenen Frauenleiche. Albano Carrisi, so der bürgerliche Name des Vaters von Ylenia, bestätigte diese Woche, dass die Fahnder von ihm und seinen übrigen Kindern Speichelproben nahmen, um sie zum DNA-Abgleich in die USA zu schicken.

Verdächtig ist der zu mehrfach lebenslänglich verurteilte achtfache Mörder Keith Hunter Jesperson, genannt auch der „Happy Face Killer“, weil er in Briefen immer ein „Smiley“ neben seine Unterschrift setzte.

Womöglich bringt das eine Wende in dem Fall. Zeugenaussagen hatten seinerzeit nichts zur Klärung beitragen können. Ylenia lebte laut Presseberichten zuletzt in einem heruntergekommenen Hotel in New Orleans mit einem drogenabhängigen und gewalttätigen Straßenmusiker. Dieser bezahlte die Absteige mit Ylenias Traveller Checks – einem damals gängigen Zahlungsmittel. Als er zum ersten Mal vernommen wurde, fand man auch ihren Pass bei ihm. Obwohl verdächtig, verbrachte er nur wenige Tage im Gefängnis.

Wer ist die geheimnisvolle „Suzanne“?

Ein 2006 verstorbener Aquariums-Wärter sagte, er habe eine Ylenia ähnelnde Frau gesehen, wie sie sich in den Mississippi stürzte. Eine Leiche wurde aber nie gefunden, und er erzählte die Geschichte auch jedes Mal anders. Später stellte sich heraus, so die römische Zeitung „Il Messaggero“, dass der Mann „kurzsichtig wie ein Maulwurf“ war.

Dass der Fall noch nicht zu den Akten gelegt wird, ist Ermittlern in Palm Beach in Florida zu verdanken. Sie gaben sich nicht damit zufrieden, dass die 1994 gefundene Leiche nie identifiziert wurde. Sie kamen zu dem Schluss, dass das erste Phantombild dem Opfer nicht wirklich ähnelte und ließen 2014 ein neues anfertigen. Jesperson habe dann versichert, dass dies die „Suzanne“ sei, die er umbrachte, sagen die Fahnder. Das Bild hat Ähnlichkeit mit Ylenia, die sich in ihrer Aussteigerphase ebenfalls „Suzanne“ nannte.

Al Bano reagiert abwartend auf neue Spur

Vater Al Bano reagierte auf diese neueste Entwicklung zurückhaltend. „Wir werden jetzt sehen, was passiert“, sagte er der Nachrichtenagentur Ansa. Auf Nachfrage wollte er keine weiteren Erklärungen abgeben.

In den Jahren nach dem Verschwinden der Tochter war die Ehe mit Romina zu Bruch gegangen. Zumindest auf der Bühne sieht man beide jetzt wieder zusammen. Erst im August gaben sie ein gemeinsames Konzert in Deutschland – und sangen auf der Berliner Waldbühne noch einmal ihr „Felicità“. (dpa)