Hinrichtung

Letzter Wunsch verweigert: Todeskandidat bekommt kein Bier

Nach 17 Jahren Todeszelle soll am Donnerstag in den USA ein Mörder hingerichtet werden. Sein letzter, kleiner Wille wird ihm verwehrt.

Marcus Ray Johnson auf einem Foto der Justizbehörden. Sein letzter Wille, Bier, wird ihm abgeschlagen.

Marcus Ray Johnson auf einem Foto der Justizbehörden. Sein letzter Wille, Bier, wird ihm abgeschlagen.

Foto: Georgia Department of Corrections / Reuters

Forsyth.  Es gibt kein Bier im Gefängnis für Marcus Ray Johnson, auch nicht vor seiner Hinrichtung: Am Donnerstagabend Ortszeit, 1 Uhr am Freitag deutscher Zeit, soll der 50-Jährige nach dem Willen der Behörden und der Justiz im US-Bundesstaat Georgia mit der Giftspritze getötet werden. In Georgia gibt es das Mittel noch, andere Bundesstaaten haben die Todesstrafe ausgesetzt, weil sie nicht an Nachschub kommen.

Ein Sixpack Bier war sein letzter Wunsch, doch der wird ihm abgelehnt, wie die Gefängnisbehörde von Georgia mitteilte. Bier ist Alkohol, Alkohol ist Schmuggelware, und die lassen die Vorschriften nicht zu. Zur Henkersmahlzeit bekommt er nun Fruchtsaft. Damit wird Johnson, der im stark betrunkenen Zustand eine Frau getötet hat, ohne einen Tropfen Alkohol aus dem Leben scheiden. Zu essen erhalten wird er Anstaltsessen: Backfisch, Käse, Bohnen, Krautsalat, Maisbrot und Kekse.

Verurteilt wegen Mordes und Vergewaltigung

Johnson war verurteilt worden, im März 1994 eine Frau (34) vergewaltigt und mit 40 Messerstichen getötet zu haben. Zwei Zeugen hatte ihn von dem SUV der Frau weglaufen sehen, in dem die Leiche gefunden wurde. Johnson war 24 Stunden nach dem Verbrechen festgenommen worden. Er hatte eingeräumt, die Frau in einer Bar kennen gelernt zu haben. Zeugen hatten beide dort auch gesehen, stark betrunken beim Küssen.

Johnson hatte nach Medienberichten auch angegeben, er habe von der Frau mehr gewollt, sie habe aber nicht zugestimmt und er von ihr abgelassen. Er habe sie zwar geschlagen, aber dann von ihr abgelassen. Im Prozess hatte er angegeben, seine letzte Erinnerung sei, sie – unverletzt – im Auto zurückgelassen zu haben. Am Morgen sei er im Garten aufgewacht. Dennoch war er 1998 zum Tode verurteilt worden.

Gegner der Todesstrafe in den USA protestieren gegen die geplante Exekution. 2015 sind einer Infoseite zufolge bis Ende Oktober 25 Hinrichtungen in den USA vollstreckt worden.

Texas vollstreckte 13. Hinrichtung in diesem Jahr

13 Hinrichtungen wurden bislang 2015 alleine in Texas vollstreckt. In der Nacht zum Donnerstag starb der 36-jährige Raphael Holiday durch die Giftspritze. Er hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Er war zum Tode verurteilt worden, weil er nach Überzeugung des Gerichts drei Kinder ermordet hat. Er soll aus Wut über die Trennung ein Blockhaus angezündet haben, in dem sich seine einjährige Tochter und ihre beiden Halbschwestern aufhielten. (law)

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