Länderspiel-Absage

Hintergründe des Terroralarms in Hannover weiter unklar

Nach der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover sind die Hintergründe weiter unklar. Die Polizei sucht nach Verdächtigen.

Das Länderspiel wurde nach Hinweisen auf Terror abgesagt: Schwer bewaffnete Polizisten sperrten den Bereich ums Stadion in Hannover ab.

Das Länderspiel wurde nach Hinweisen auf Terror abgesagt: Schwer bewaffnete Polizisten sperrten den Bereich ums Stadion in Hannover ab.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Hannover.  Terror-Alarm in Hannover: Nach der Absage des Länderspiels in Hannover wegen Terroralarms sucht die Polizei in einem Großeinsatz nach Verdächtigen. „Wir sind an verschiedenen Orten im Einsatz“, sagte eine Polizeisprecherin. Details wollte sie nicht nennen. Seit der Absage des Länderspiels am Dienstagabend habe es mehrere Überprüfungen von verdächtigen Gegenständen gegeben, die sich alle nicht bestätigt hätten.

In der Nacht zum Mittwoch blieb es ruhig in der Stadt. Festnahmen gab es bisher nicht. Auch Sprengstoff wurde bislang nicht gefunden. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will sich am Mittwoch zu den Vorfällen äußern.

Das Fußball-Länderspiel war am Dienstagabend kurz nach dem Einlass abgesagt worden – aus Angst vor einem Anschlag. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen kamen die Hinweise von einem ausländischen Geheimdienst. Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe sagte: „Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte.“

Hinweise auf Sprengsätze an Zufahrtswegen zum Stadion

Nach Informationen von „Spiegel online“ soll der französische Geheimdienst die Quelle der Information sein. Dies berichtete auch die „Bild“-Zeitung. Zunächst habe es Hinweise gegeben, dass eine Gruppe um einen namentlich bekannten Nordafrikaner einen Anschlag planen könne. Es sei konkret von Sprengmitteln, Sprengstoffgürteln, automatischen Waffen und Sprengsätzen an den Zufahrtswegen die Rede gewesen. Dann habe der französische Geheimdienst auf einen irakischen Schläfer hingewiesen, der einen Anschlag auf das Freundschaftsspiel geplant haben soll.

Die Empfehlung zur Spielabsage sei ihm nicht leichtgefallen, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf einer Pressekonferenz in Hannover. Die Hinweise hätten sich jedoch immer mehr verdichtet. „In einer solchen Lage hat im Zweifel der Schutz der Menschen Vorrang.“ Er habe die Absage nach Beratungen mit den Sicherheitsbehörden empfohlen. Seine Entscheidung sei auf dem gemeinsamen Flug mit Bundeskanzlerin Angela Merkel von Berlin nach Hannover gefallen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius sagte, anhand der beim Bund eingegangenen Hinweise sei die Austragung des Spiels nicht zu verantworten gewesen. „Es gab keinen Platz für Fehlinterpretationen.“

Mann ließ Sprengsatz-Attrappe im Zug liegen – Fahndung läuft

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Attrappe in einem IC sucht die Polizei auch nach dem Mann, der das Paket dort liegen ließ. „Wir werten alles Material aus, das wir haben, und wenn es Videoaufnahmen gibt, dann auch die“, sagte Jörg Ristow, Sprecher der Bundespolizei.

Ein Reisender hatte am Abend in dem Zug einen verdächtigen Gegenstand bei der Ankunft in Hannover entdeckt und die Bundespolizei alarmiert. Ein unbekannter Mann soll das Paket auf der Gepäckablage abgelegt haben. Eine Mitreisende habe den Mann darauf aufmerksam gemacht, dass er etwas vergessen habe, als dieser aufstand und ging. Der Unbekannte habe aber nicht darauf reagiert, sondern den Zug verlassen und sei geflüchtet.

Bundespolizisten untersuchten das Paket. Nachdem auch ein Sprengstoffsuchhund angeschlagen habe, seien Entschärfer hinzugezogen worden. Sie fanden beim Röntgen diverse elektronische Bauteile. Bei dem Fund handelte es sich nach Aussagen von Bundespolizeisprecherin Sandra Perlebach um eine gut gemachte Sprengstoff-Attrappe und nicht um eine scharfe Bombe, wie zunächst befürchtet worden war. Der betroffene Zug war auf dem Weg von Hannover über Bremen nach Oldenburg. (dpa)

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