Live-Ticker

Mehr als 100 Tote bei Terror-Serie in Paris

Bei Terror-Anschlägen in Paris sind mindestens 100 Menschen getötet worden. Es gab offenbar an sieben verschiedenen Orten Anschläge.

Verwundete werden von der Konzerthalle Bataclan weggeführt: Attentäter hatten dort Geiseln genommen, nach der Erstürmung durch die Polizei wurden rund 100 Tote gemeldet.

Verwundete werden von der Konzerthalle Bataclan weggeführt: Attentäter hatten dort Geiseln genommen, nach der Erstürmung durch die Polizei wurden rund 100 Tote gemeldet.

Foto: Yoan Valat / dpa

Paris. 
  • Bei Anschlägen in Paris sind mehr als 100 Menschen getötet worden. Die genaue Zahl war in der Nacht unklar
  • In einer Konzerthalle waren rund 100 Menschen als Geiseln genommen worden. Allein dort soll es rund 100 Tote gegeben haben, berichten Nachrichtenagenturen
  • Am Stade du France, wo Deutschland gegen Frankreich Fußball spielte, hat es mehrere Explosionen gegeben
  • Frankreichs Präsident hat den Ausnahmezustand verhängt, die Grenzen sind geschlossen
  • Die Lage ist unübersichtlich

Die Ereignisse im Live-Ticker:

03.48 Uhr: Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und anderer extremistischer Gruppen haben die neue Terrorserie in Paris auf Twitter bejubelt. „Nach den französischen Verbrechen in Mali und der Bombardierung in Syrien und im Irak hat der Kampf jetzt begonnen“, hieß es am Samstagmorgen in einem Tweet. Ein anderer Twitterer schrieb auf Englisch: „Nehmt einen Schluck von dem, was Muslime in Syrien und Irak jeden Tag erleben.“

Andere Sympathisanten drückten ihre Hoffnung aus, dass sich der IS zu den Anschlägen bekennt. Eine offizielle Erklärung der Miliz oder anderer Dschihadisten zu der Anschlagsserie gab es jedoch zunächst nicht. Der IS hatte Mitte März in einer Audiobotschaft mit Anschlägen in Washington, London, Paris und Rom gedroht.

03.46 Uhr: Drei Terroristen im Pariser Konzertsaal „Bataclan“ sollen nach Medienberichten beim Zugriff der Polizei Sprengstoffgürtel gezündet haben. Dies berichteten die Zeitung „Le Figaro“ und weitere französische Medien am frühen Samstagmorgen unter Berufung auf den Polizeipräfekten. Insgesamt habe es bei dem Konzert vier Angreifer gegeben, alle seien tot.

Allerdings kursierten über die Zahl der toten Terroristen zunächst unterschiedliche Zahlen. So sollen nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP auch in der Umgebung des Stade de France drei Terroristen gestorben sein. Staatsanwalt François Molins hatte aber zunächst von insgesamt fünf „neutralisierten“ Angreifern gesprochen

03.25 Uhr: In der Umgebung des Stade de France sind nach Ermittlerangaben vier Menschen gestorben. Bei dreien davon handele es sich ohne Zweifel um Terroristen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am frühen Samstagmorgen. Der Fernsehsender BFMTV sprach dagegen von zwei toten Terroristen am Stadion im nördlichen Pariser Vorort Saint-Denis. Dort hatte am Abend die deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich gespielt, Besucher im Stadion hörten während der ersten Halbzeit schwere Explosionen in der Nähe.

03.16 Uhr: Die Attentäter in Paris haben nach Angaben eines Augenzeugen ihre Tat mit Frankreichs Militäreinsatz in Syrien begründet. Der Journalist Pierre Janaszak, der während des Überfalls auf die Konzerthalle „Bataclan“ im Saal war, berichtete in der Nacht zum Samstag: „Ich habe genau gehört, wie sie den Geiseln gesagt haben: "Das ist die Schuld von Hollande. Das ist die Schuld Eures Präsidenten. Er hätte nicht in Syrien eingreifen dürfen. Sie haben auch vom Irak gesprochen."“

03.13 Uhr: Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat ihre Mitbürger nach der Terrorwelle in der französischen Hauptstadt zur Einheit aufgerufen. „Wir sind aufrecht, wir sind vereint“, schrieb sie am frühen Samstagmorgen auf Twitter. „Angesichts dieser unsäglichen barbarischen Akte, die mehrere Dutzend Tote gefordert haben, ist Paris im Herzen getroffen.“

02.58 Uhr: Im Pariser Osten hat es nach den Terrorattacken chaotische Szenen gegeben. Der Geschäftsführer eines Restaurants im zehnten Stadtbezirk berichtete dem Sender France Info am frühen Samstagmorgen, Gäste seien nach Explosionen auf der Straße in sein Lokal geflüchtet, um sich dort zu schützen. Eine Anwohnerin desselben Bezirks berichtete, sie habe mindestens 20 Explosionen gehört. „Mehrere Verletzte lagen auf dem Boden. Ein junger Mann hat sein Leben verloren. (...) Es war fürchterlich.“

02.54 Uhr: Nach den Terroranschlägen hat die Berliner Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen vor der französischen Botschaft verschärft. „Die Beamten sind nicht nur am Pariser Platz, sie sind auch an anderen relevanten Einrichtungen“, sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Samstagmorgen. Zudem seien mehr Streifenpolizisten auf den Straßen der Hauptstadt unterwegs.

02.38 Uhr: Die Zahl der in Paris getöteten Menschen könnte 120 übersteigen, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Fünf mutmaßliche Attentäter seien getötet worden.

02.30 Uhr: Nach Angaben von Frankreichs Präsident François Hollande gibt es nach den Angriffen in Paris zahlreiche Verletzte. „Es gibt viele Verletzte. Schwerverletzte, Geschockte, geschockt von dem, was sie gesehen haben“, sagte er am Samstagmorgen beim Konzertsaal „Bataclan“. Hollande kündigte an, „unerbittlich“ gegenüber Terroristen zu sein. „Das ist eine Barbarei.“

02.28 Uhr: Bei der Attentatsserie in Paris sind mindestens vier Terroristen getötet worden. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler.

02.11 Uhr: Die genaue Zahl der Opfer bei den verschiedenen Terrorangriffen in Paris ist weiter unklar. Nach Berichten von France Info wurden mindestens 118 Menschen getötet, etwa 90 Opfer gab es demnach im Club „Bataclan“. „Le Monde“ und der Sender BFMTV melden 112 Tote, 70 davon in dem Konzertsaal. Der stellvertretende Pariser Bürgermeister Patrick Klugman schrieb auf Twitter von 118 Todesopfern. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf Ermittler von mindestens 120 Toten.

02.03 Uhr: Die Geiselnehmer im Konzertsaal Bataclan sind getötet worden, teilt Frankreichs Präsident Francois Hollande mit.

02.00 Uhr: Angesichts der Anschlagserie in Paris hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) Frankreich Unterstützung durch deusche Anti-Terror-Einheiten angeboten. "Ich stehe in engem Kontakt mit meinem französischen Kollegen und habe ihm Hilfe durch deutsche Spezialkräfte angeboten", erklärte der Innenminister in der Nacht zum Samstag.

01.50 Uhr: Die Behörden gehen von rund 140 Todesopfern aus. Etwa 100 Menschen seien bei der Geiselnahme in der Konzerthalle Bataclan getötet worden, sagt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Etwa 40 weitere Tote habe es bei den anderen Attentatsorten in der französischen Hauptstadt gegeben.

01.42 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande und Regierungschef Manuel Valls sind zu dem Club „Bataclan“ gefahren. Das teilte der Élyséepalast in Paris mit.

01.33 Uhr: Die Terrorismus-Expertin Rita Katz, Leiterin der auf die Beobachtung von dschihadistischen Gruppen spezialisierten SITE Intelligence Group, berichtet auf ihrem Twitteraccount von Reaktionen auf Kanälen des IS. Dort werden die Angriffe gefeiert. "Den Tag werden sie nie vergessen, wie der 11. September für die Amerikaner." Es werde auch direkt Bezug genommen auf Frankreichs Luftschläge in Syrien mit getöteten Kindern und Alten, "Heute erlebt Frankreich das selbst", heiße es.

01:16 Uhr: Bei dem Terrorangriff auf die Konzerthalle „Bataclan“ in Paris hat es nach neuen Angaben etwa hundert Tote gegeben. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf die Polizei. Beim Versuch der Polizei, die Geiselnahme zu beenden, seien drei der Angreifer getötet worden. Nach Informationen des Radiosender France-Info sind weitere Terroristen noch auf der Flucht.

01.03 Uhr: Die französische Polizei hat die Geiselnahme kurz vor 1 Uhr die Geiselnahme im Konzertsaal Bataclan beendet, meldet auch der TV-Sender BFM. Zwei Geiselnehmer wurden demnach getötet.

01.01 Uhr: Die Polizeipräfektur Paris spricht nach einem Bericht der Zeitung „La Libération“ von 42 Toten und Dutzenden Verletzten.

00.55 Uhr: ARD-Korrespondentin Ellis Fröder berichtet, es gebe Meldungen, dass die Geiselnahme in der Konzerthalle inzwischen beendet ist.

00.47 Uhr: Der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Hendrik Große-Lefert, bestätigt in Paris im ARD-Fernsehen, dass sich die deutsche Fußball-National-Elf nach dem Testspiel gegen Frankreich in Paris noch in den Kabinen der Stadions aufhält. „Alle sind angespannt“, sagt er.

00.45 Uhr: Nach den Anschlägen organisiert sich im Internet Hilfe für auswärtige Gäste. Unter dem Twitter-Hashtag „porteouverte“ (offene Tür) bieten Pariser unter anderem Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Unterschlupf in ihren Wohnungen an. Die Zeitung „Le Figaro“ und zahlreiche weitere Nutzer weisen auf das Schlagwort hin. Einige Nutzer warnen allerdings, konkrete Adressen könnten Angreifern ein Ziel bieten. Die Bewohner der französischen Hauptstadt sind aufgerufen worden, ihre Häuser nicht zu verlassen und auf Anweisungen der Polizei zu warten.

00.41 Uhr: Der Fernseh-Sender i-Tele darf nach einer Anordnung der Sicherheitsbehörden keine Bilder mehr von der Konzerthalle senden.

00.40 Uhr: Bei der Terrorserie gab es Angriffe an mindestens sieben Orten. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler.

00.35 Uhr: Die Nachrichten-Agentur afp berichtet auf Twitter, dass Spezialeinheiten die Konzerthalle stürmen, in der Attentäter rund 100 Menschen als Geiseln genommen haben.

00.30 Uhr: Der Französische Fernsehsender BFM berichtet, dass bei der Anschlagsserie mindestens 60 Menschen getötet worden sind.

00.24 Uhr: Aus der Konzerthalle Bataclan sind nach Zeugenberichten Explosionen zu hören. Dort haben Attentäter zahlreiche Geiseln genommen. In der Umgebung sind auch Schüsse zu hören. Präsident Hollande hatte zuvor einen Polizeieinsatz angekündigt.

00.23 Uhr: Die französische Polizei spricht jetzt von zwei Selbstmordattentätern.

00.13 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich entsetzt über die Attacken von Paris mit Dutzenden Toten geäußert. „Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen“, erklärte Merkel am frühen Samstagmorgen in Berlin.

00.12 Uhr: „Die Terroristen haben nicht geschrieen, sie haben gar nichts gesagt. Sie tragen schwarz, aber keine Masken. Einen konnte ich sehen, der war sehr jung, nicht auffällig, ein Durchschnittstyp mit einer Kalashnikow in der Hand“, berichtet Radiojournalist Julian Pierce auf CNN, der in der Konzerthalle war und über die Bühne flüchten konnte. „ich habe noch Freunde da, die sich darin verstecken und die mir schreiben, dass sie große Angst haben. Es war schrecklich. 10, 15 Minuten Schüsse, ich habe 25 Menschen am Boden liegen siehen.“

Tweet Eagles of Death Metal

00.07 Uhr: Bei den Anschlägen in Paris sind nach Angaben aus Polizeikreisen mindestens 40 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden.

00.03 Uhr: US-Präsident Barack Obama spricht von einem „unglaublichen Versuch, unschuldige Zivilisten zu terrorisieren“. Die USA stünden bereit, der französischen Regierung und Bevölkerung jegliche Hilfe bereitzustellen, die erforderlich sei, sagt Obama im Weißen Haus.

23.57 Uhr: Frankreichs Präsident hat den Ausnahmezustand verhängt. Francois Hollande sprach im Fernsehen von Terror-Attacken und mehreren Dutzend Toten. Alle Kräfte seien mobilisiert, um dem Terror zu begegnen und um weitere Angriffe zu verhindern. Alle Grenzen würden geschlossen.

23.50 Uhr: Die Stadtverwaltung ruft die Pariser Bürger über Twitter auf, wegen der Anschläge zuhause zu bleiben.

23.47 Uhr: Ein Mitarbeiter der Plattenfirma Warner Music in Frankreich berichtet auf Facebook von etwa 30 Schüssen in der Konzerthalle Bataclan.

23.41 Uhr: Trotz mehrerer Explosionen am Stade de France in Paris ist unter den Besuchern des Spiels zwischen der deutschen Nationalmannschaft und Frankreich keine Panik ausgebrochen. Die Menschen verließen am späten Abend das Stadion relativ ruhig und gefasst, berichtete ein dpa-Reporter vor Ort. Viele waren ratlos. Kinder hatten Tränen in den Augen. Keiner wusste, was geschehen war. „Überall blitzen Blaulichter, Polizeiwagen kreuz und quer“, sagte der Reporter. Derzeit seien noch einige Tausend Besucher auf dem Rasen, werden aber von Ordnern ins Freie geführt.

23.40 Uhr: Die französische Regierung wird zu einer Sonder-Kabinettssitzung für Mitternacht in den Präsidentenpalast zusammengerufen.

23.35 Uhr: Im Einkaufszentrum von Les Halles in der Innenstadt kommt es zu einer weiteren Schießerei, wie der Hörfunksender Europe 1 berichtet.

23.22 Uhr: Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP werden in einem Theater 100 Menschen als Geiseln gehalten.

23.17 Uhr: Die Zahl der Toten steigt laut BFM TV auf 40.

23.08 Uhr: Der stellvertretende Bürgermeister von Paris bestätigt im Sender CNN die Zahl von 18 Toten. Demnach ereigneten sich die Taten an mindestens drei Orten in der Millionenmetropole.

23.05 Uhr: Die Zahl der Toten steigt Medienberichten zufolge auf mindestens 30. Das berichtet der Sender BFM TV unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP.

22.53 Uhr: In der Konzerthalle hat die US-Band "Eagles of Death Metal" am Abend ein Konzert gegeben

22.51 Uhr: Dem Fernsehsender BFM TV zufolge gibt es in der Pariser Konzerthalle Bataclan eine Geiselnahme.

22.42 Uhr: Die Pariser Polizei meldet auf Twitter, dass mindestens 18 Menschen getötet worden sind.

22.41 Uhr: "Wir haben geglaubt, das war ein Feuerwerk", erzählt laut "La Libération" ein Angestellter von Toro Borracho, einem Restaurant in der Rue de Charonne, in der Nähe der Schießerei. "Wir sind im Inneren eingeschlossen, wir warten darauf ,dass die Polizei uns erlaubt rauszugehen."

22.32 Uhr: Die Zeitung "La Libération" berichtet, dass zwei Imbiss-Stände am Stadion von Explosionen betroffen seien. Die Zugänge zum Stadion seien geschlossen.

22.30 Uhr: Am Stade de France hat es mehrere Explosionen gegeben. In dem Fußballstadion spielen die Nationalmannschaften von Deutschland und Frankreich gegeneinander.

22.23 Uhr: Verschiedene Medien berichten von einer Schießerei vor einem Pariser Restaurant. Mehrere Menschen sollen getötet worden sein, es gebe auch Verletzte.

(dpa/rtr/alu/law/jei/sdo/moi)