Betriebssystem

Tausende Passagiere sitzen in Paris wegen Windows 3.1 fest

Eine uralte Windows-Version hat zu Flugverzögerungen in Paris geführt. Neben Flugzeugen leiden auch Bus und Bahn unter alter Software.

Das Betriebssystem Windows 3.1 von Microsoft wurde im Jahr 1992 vorgestellt.

Das Betriebssystem Windows 3.1 von Microsoft wurde im Jahr 1992 vorgestellt.

Foto: Screenshot/Microsoft / BM

Paris.  In der vergangenen Woche saßen Tausende Fluggäste am Flughafen Orly in Paris fest. Eine Software, die Piloten die Landung erleichtert, war ausgefallen. Wie der Fernsehsender „N-TV“ berichtet, läuft diese Software auf dem Betriebssystem Windows 3.1, das im Jahr 1992 vorgestellt wurde. Der Sender beruft sich auf Informationen der Zeitung „Le Monde“.

Durch den Systemabsturz war eine Software beendet worden, die den Piloten die Sichtweiten auf Start- und Landebahnen mitteilt. Laut „Le Monde“ wollte das französische Transportministerium eigentlich bis 2017 ein neues Betriebssystem aufspielen, dieses Update verzögere sich jedoch nun bis 2019.

Junge Informatiker kennen alte Software nicht

Alte Soft- und Hardware ist nicht nur in Frankreich ein Problem. In Deutschland sind von veralteter Technik vor allem Bahnen betroffen. In den Bahnstellwerken in mehreren Ruhrgebietsstädten sind noch immer Computer und Schalteinheiten im Einsatz, die mitunter 30 Jahre oder älter sind. Straßen- und U-Bahnen können dort oft nur deshalb noch sicher fahren, weil engagierte Mitarbeiter über die Jahre Ersatzteile gehortet haben. Viele Teile haben sie sogar privat auf Flohmärkten und bei Händlern erworben.

Da heute nur noch wenige Informatiker in den alten Systemen ausgebildet werden, ist die Wartung problematisch. Aus mehreren deutschen Großstädten ist zu hören, dass ehemalige Mitarbeiter im Ruhestand deshalb eine Art Nachhilfe geben oder sich ehrenamtlich um alte Soft- und Hardware kümmern. (ac)