Datensammlung

Belgisches Gericht droht Facebook mit Geldstrafen

Facebook sammelt nicht nur die Daten von eigenen Mitgliedern. Das könnte nun teuer werden.

Facebook sammelt nicht nur die Daten von eigenen Mitgliedern. Das könnte nun teuer werden.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Die Sammelwut bei Daten könnte für Facebook teuer werden. Das Unternehmen begründet sein Vorgehen mit der Abwehr von Cyberkriminalität.

Brüssel.  Ein belgisches Gericht verbietet Facebook, Daten von Internetnutzern zu sammeln, die selbst gar nicht bei dem sozialen Netzwerk angemeldet sind. Sollte Facebook diese Datensammlung nicht innerhalb von 48 Stunden einstellen, wird laut Gericht eine Geldstrafe fällig. 250.000 Euro müsste das Unternehmen dann pro Tag bezahlen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Personenbezogene Daten dürften von Internet-Nutzern in Belgien nur nach eindeutiger Zustimmung der Betroffenen aufgezeichnet werden. Facebook nutzt nach Ansicht des Gerichtes in Brüssel allerdings eine Technik, die keine Möglichkeit zur Zustimmung bietet.

Cookie sammelt ungefragt Daten

Bei der Auseinandersetzung geht es um das seit Jahren umstrittene Identitäts-Cookie „datr“ - eine kleine Datei, die Facebook im Web-Browser der Nutzer speichert. Dieser Cookie wird auch bei Nutzern hinterlegt, die kein Profil bei Facebook haben.

Die belgische Datenschutz-Kommission will Facebook den Einsatz des „datr“-Cookies verbieten lassen, das einige Informationen über das Verhalten von Nutzern auf Seiten mit dem „Like“-Button sammelt. Die Datenschützer stören sich auch daran, dass das „datr“-Cookie für zwei Jahre auf dem Computer bleibe, wenn ein Nutzer sein Facebook-Konto deaktiviert.

„datr“ verhindert laut Facebook Cyberkriminalität

Facebook wies die Kritik wiederholt zurück. Sicherheitschef Alex Stamos argumentierte jüngst, das Cookie helfe, falsche Profile herauszufiltern und verhindere Cyber-Attacken. Wenn etwa ein Web-Browser binnen fünf Minuten hunderte Seiten besuche, sei das ein klares Zeichen dafür, dass der Computer wohl von Online-Kriminellen gekapert worden sei. Die Daten, die das Cookie sammele, würden nicht einzelnen Personen zugeschrieben und könnten auch nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden. (dpa)

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