Unglück

Fabrikeinsturz in Pakistan: Kaum Hoffnung auf Überlebende

| Lesedauer: 2 Minuten
Pakistanische Rettungskräfte suchen nach Überlebenden des Fabrikeinsturzes in der Stadt Lahore.

Pakistanische Rettungskräfte suchen nach Überlebenden des Fabrikeinsturzes in der Stadt Lahore.

Foto: Rahat Dar / dpa

Rettungsteams suchen im pakistanischen Lahore weiter nach Überlebenden. Es gibt erste Hinweise auf die Ursache des Fabrikeinsturzes.

Lahore.  Nach dem Einsturz eines mehrstöckigen Fabrikgebäudes in Pakistan mit mindestens 22 Toten schwindet die Hoffnung für die Verschütteten. „Wir können weiter hoffen, aber es gibt kaum noch Chancen, jemanden lebend zu bergen“, sagte der Chef der Rettungsteams in der zentralen Provinz Punjab am Donnerstag. „Aber manchmal geschehen ja Wunder.“ Unter den Arbeitern in der Plastiktüten-Fabrik sollen auch Kinder gewesen sein, berichteten lokale Medien.

Die Bergungsarbeiten in der Stadt Lahore dauerten derweil weiter an. Helfer von zivilen Einrichtungen sowie Militärangehörige räumten mit schwerem Gerät Betonbrocken und Geröll zur Seite. Auch Spürhunde waren im Einsatz. Zudem installierten die Rettungskräfte elektronische Sensoren, die helfen sollen, Lebenszeichen von Vermissten zu orten.

Mehr als 100 Verletzte in Krankenhäuser gebracht

Knapp zwei Dutzend Fabrikarbeiter würden 24 Stunden nach dem Unglück noch vermisst, erklärte Mohamed Usman von der Stadtverwaltung. Mehr als 100 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden. Einige von ihnen seien in kritischem Zustand, sagte Usman.

Das Gebäude war am Mittwochabend gegen 19 Uhr (Ortszeit) eingestürzt und hatte die Arbeiter der Abendschicht unter sich begraben. Augenzeugen berichteten, dass darunter auch zwölfjährige Kinder und zahlreiche Jugendliche gewesen seien. „Die meisten Fabrikarbeiter waren sehr jung“, sagte Mohamed Irfan, der bei dem Unglück verletzt wurde, dem Fernsehsender Geo TV. Kinderarbeit ist in Pakistan verbreitet.

Das Unglück könnte möglicherweise auf Fahrlässigkeit des Besitzers zurückgehen: Fabrikarbeiter erklärten, dass nach dem schweren Erdbeben vor elf Tagen Risse in den Wänden aufgetaucht seien. Trotzdem seien Bauarbeiten an einem weiteren Stockwerk fortgesetzt worden. Einige Medien berichteten, der Besitzer der Fabrik sei verhaftet worden.

Offizielle Stellungnahmen zum Hergang gab es zunächst nicht. Es sei zu früh, um über die Ursachen des Unglücks zu spekulieren, sagte der Sprecher der Provinzregierung Zahim Qadri.

In Pakistan sind viele Häuser unzureichend gebaut und einsturzgefährdet, renoviert werden sie selten. 2012 waren bei einem Brand in einer Textilfabrik in der südlichen Stadt Karachi 259 Menschen ums Leben gekommen. (dpa)

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos
Beschreibung anzeigen