Ägypten

Lufthansa streicht Flüge nach Scharm el Scheich

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Trümmer der russischen Maschine, die über dem Sinai abstürzte.

Trümmer der russischen Maschine, die über dem Sinai abstürzte.

Foto: Maxim Grigoriev / Russian Emerge / dpa

Lufthansa zieht Konsequenzen aus der ungeklärten Absturzursache einer russischen Maschine. Deutsche Reiseveranstalter warten noch ab.

Berlin.  Lufthansa streicht bis auf weiteres alle Flüge der Airline-Gruppe nach Scharm el Scheich auf der Sinai-Halbinsel. Das betreffe eine wöchentliche Verbindung der Eurowings ab Köln/Bonn und eine Strecke der Edelweiss Air ab Zürich, sagte ein Sprecher von Lufthansa. Es besteht der Verdacht, dass ein russisches Flugzeug auf der Sinai-Halbinsel durch eine Bombe zum Absturz gebracht wurde.

In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt werden Sonderflüge koordiniert, um Urlauber auszufliegen. Russland will sämtliche Flüge fortsetzen. Von Großbritannien aus starten dagegen keine Flüge mehr nach Scharm el Scheich. Der britische Außenminister Philip Hammond warnte vor Reisen dorthin.

Die deutschen Reiseveranstalter bieten vorerst weiter Reisen in die Region an. Neben britischen stellten dagegen auch irische und niederländische Ferienflieger die Verbindungen ans Rote Meer vorerst ein.

„Wichtig für die deutschen Reiseveranstalter ist die Einschätzung des Auswärtigen Amtes“, sagte Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV) am Donnerstag. Das deutsche Außenamt hat seinen Sicherheitshinweis für die südliche Sinai-Halbinsel bislang nicht verschärft. Beim Absturz des russischen Airbus waren am Samstag alle 224 Insassen ums Leben gekommen. Ob es sich um ein Unglück oder einen Bombenanschlag handelt, wird derzeit noch untersucht.

Angst ist kein Grund, den Reisevertrag zu kündigen

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) in Berlin befinden sich derzeit rund 2000 deutsche Gäste in Scharm el Scheich und im nahe gelegenen Dahab. Laut dem Reisekonzern TUI Deutschland gab es zunächst aber keine Stornierungen oder Wünsche besorgter Urlauber nach vorzeitiger Heimreise.

IS hatte sich zu dem Anschlag bekannt

Angst ist nach deutschem Reiserecht kein Grund, um einen Reisevertrag kostenlos kündigen zu können. Wer eine Reise zu einem Badeort auf dem südlichen Sinai gebucht hat, könne nicht kostenlos umbuchen oder stornieren, bestätigte Zeuch. Für den nördlichen Sinai gibt es anders als für die Region um den Badeort Scharm el Scheich seit längerer Zeit eine Reisewarnung. Dort operiert ein Ableger des Islamischen Staates (IS). Der IS hatte sich nach dem Absturz zum Anschlag auf den Airbus bekannt. Doch ist unklar, ob es wirklich ein Attentat war. (dpa)