Uni-Projekt

Smartphone-Nutzer laufen in Thailand auf einer Extra-Spur

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An einer Universität in Thailand wurde eine „Handy-Spur“ ins Leben gerufen. Das Projekt wurde von Studenten initiiert.

An einer Universität in Thailand wurde eine „Handy-Spur“ ins Leben gerufen. Das Projekt wurde von Studenten initiiert.

Foto: Screenshot Youtube/Nation Phot / BM

Um Unfälle zwischen Fußgängern zu vermeiden, gibt es an der Universität in Bangkok auf dem Gehweg nun eine eigene Spur für Handynutzer.

Bangkok.  Es ist ein mittlerweile weit verbreitetes Phänomen: Auf dem Gehweg spazieren Menschen entlang, die gedankenverloren auf ihrem Handy herumtippen. Die Welt um sie herum scheint nicht zu existieren. Unsanfte Zusammenstöße mit anderen sind nicht selten die Folge. In Thailands Metropole Bangkok scheint das ein besonders großes Problem zu sein. Deshalb wurde auf dem Campus der Bangkok Kasetsart Universität (KU) kürzlich eine 500 Meter lange Handy-Spur eingeweiht. Sie soll es eiligen Studenten erleichtern unbeschadet zu ihren Vorlesungen zu kommen.

Natdanai Adisornpunkul studiert im dritten Jahr Betriebswirtschaft mit dem Hauptfach Marketing an der KU. Er ist Mitinitiator des Projekts, das auch von Toyota Thailand unterstützt wird. Den Handy-Fußweg hält er für sinnvoll, weil immer mehr „Menschen heutzutage so viel Zeit damit verbringen, auf ihr Handy zu schauen“. Dabei lassen sie ihre Umwelt völlig außer Acht und verletzen sich sogar. „Dieses Projekt soll helfen, die öffentliche Sicherheit zu verbessern, indem man Menschen ermutigt auf Verkehrsvorschriften zu achten“, sagt Adisornpunkul.

Studenten missachten die Handy-Spur

Die Spuren sind durch auf den Boden aufgemalte Symbole gekennzeichnet. Ein durchgestrichenes Handy symbolisiert: Hier ist das Schreiben und Telefonieren während des Laufens nicht gestattet! Während die andere Spur – mit dem aufgemalten Mobiltelefon – den tippenden und telefonierenden Spaziergängern vorbehalten ist.

Viele Studenten ignorieren allerdings den Handy-Weg, aber das soll sich durch gute Vermarktung ändern, sagt Adisornpunkul.

Am 15. November ist Schluss mit der Handy-Spur

Die Aktion wurde bereits Mitte Oktober ins Leben gerufen und trägt den Namen „Anyone can change“, zu Deutsch: „Jeder kann sich ändern“. Entstanden ist sie nach einigen Überlegungen der Studenten innerhalb einer Arbeitsgruppe im Rahmen der Toyota Challenge 2015. Bei diesem Wettbewerb werden Studenten jedes Jahr aufgefordert, durch Marketingideen spezielle Campus-Probleme zu lösen.

Am 15. November findet das Projekt jedoch wieder ein Ende und der Fußweg ist auf seiner vollen Breite für jedermann begehbar – mit und ohne Smartphone am Ohr.

USA und China sind Thailand einen Schritt voraus

Allerdings ist nicht Thailand der Vorreiter in Sachen Handy-Spur. Im Juli 2014 wurde bereits im amerikanischen Washington ein Fußweg für Handynutzer eingerichtet – allerdings nicht von der Regierung. Für das Experiment war der Fernsehsender „National Geographic“ verantwortlich. Für eine Sendung zum Thema Verhaltensforschung wurden die Reaktionen der Menschen auf die ungewöhnliche Neuerung aufgenommen.

In den USA wurde damals beobachtet, dass nur ein sehr kleiner Teil der Menschen die geänderten „Verkehrsregeln“ beachtet. Das häufigste Szenario war hingegen, dass Spaziergänger ihr Smartphone zückten und Fotos von den aufgemalten Instruktionen machten. China hat sich dennoch von der Idee inspirieren lassen und im September vergangenen Jahres ebenfalls eine Handy-Spur in Chongqing City eingerichtet.

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