Petition

Feuerwehrmann will kein brennendes Flüchtlingsheim löschen

Ein Feuerwehrmann weigert sich, künftig an einem Asylbewerberheim zu löschen. Die Weigerung könnte nicht nur für ihn Probleme bringen.

Die Feuerwehr hilft bei Bränden und macht keine Ausnahme dabei, wem sie hilft.

Die Feuerwehr hilft bei Bränden und macht keine Ausnahme dabei, wem sie hilft.

Foto: Imago

Frankenberg.  Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sachsenburg-Irbersdorf in Sachsen sorgt mit einer Petition für Aufsehen in dem Ort. Mit einem Schreiben an die Stadt will er von möglichen Einsätzen an einem Asylbewerberheim entbunden werden. Er begründet dies mit „Selbstschutz“.

Wie die „Freie Presse“ berichtet hat der Irberdsdorfer Jürgen S. mit seiner Petition jedoch nur wenig Aussicht auf Erfolg. Der Hauptausschuss der Stadt Frankenberg, zu der die Gemeinde Irbersdorf gehört, habe den Antrag bereits abgelehnt. Der Stadtfeuerwehrchef distanzierte sich von dem Schreiben. Egal um wen es bei der Rettung gehe, „dabei machen wir keinerlei Unterschiede“, sagte Harry Wrobel der Zeitung.

Feuerwehrsatzung macht keine Ausnahmen

Die Rechte und Pflichten von Feuerwehrleuten sind sowohl im Brandschutzgesetz des Freistaates Sachsen als auch der Feuerwehrsatzung von Frankenberg vorgeschrieben. Das gilt für Berufsfeuerwehren und auch für die Freiwilligen Feuerwehren. Wörtlich heißt es in der Feuerwehrsatzung von Frankenberg: „Die Stadtfeuerwehr hat die Pflichten Menschen, Tiere und Sachwerte vor Bränden zu schützen.“ Ausnahmen sind in der Vorschrift nicht vorgesehen.

Der Stadtwehrleiter Harry Wrobel erklärte laut „Freier Presse“, dass er auch keinen Grund sehe, sich auf den Eigenschutz zu beziehen. „Wir haben alle Maßnahmen abgesprochen, ich selbst war bereits vor dem Bezug vor Ort“, sagte er. Vielmehr fürchten Beobachter wie der ehemalige Feuerwehrchef von Frankenberg, Wolfgang Richter, dass Jürgen S. mit seinem Verhalten die eigenen Kameraden in Gefahr bringe. Schließlich müssten sich die Feuerwehrleute uneingeschränkt aufeinander verlassen.

Gefahr von anderer Stelle

Eine Gefahr scheint zudem an anderer Seite zu bestehen. Am 30. Oktober hatte es einen Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft gegeben. Vor der Einrichtung war es zunächst zu Tumulten gekommen, später warf eine Person aus einer Gruppe heraus eine Bierflasche gegen ein Fenster des Hauses. Die Gruppe soll vor der Tat ausländerfeindliche Parolen gegrölt haben, berichtet der MDR.