Flugzeugabsturz

Absturz in Ägypten - Kolavia geht von Kollision aus

Nach dem Absturz eines Airbus A-321 in Ägypten schließt die Fluglinie einen Pilotenfehler aus. Alles deute auf eine Kollision hin.

Kolavia-Vize-Chef Alexander Smirnow (links) und Kolavia-Chef Alexander Snagovsky (stehend) stellten in Moskau erste Erkenntnisse zum Flugzeugabsturz in Ägypten vor.

Kolavia-Vize-Chef Alexander Smirnow (links) und Kolavia-Chef Alexander Snagovsky (stehend) stellten in Moskau erste Erkenntnisse zum Flugzeugabsturz in Ägypten vor.

Foto: MAXIM SHEMETOV / REUTERS

Moskau.  Nach dem Absturz einer Passagiermaschine in Ägypten am Samstag hat die Fluggesellschaft Kolavia am Montag in einer Pressekonferenz erste Erkenntnisse zum Hergang des Unglücks vorgestellt. Nach Ansicht der Fluglinie kann ein technischer Defekt an Bord oder ein Fehler der Piloten ausgeschlossen werden.

Flugzeug war in der Luft auseinandergebrochen

„Die einzige erklärbare Ursache wäre eine mechanische Einwirkung auf das Flugzeug“, sagte der stellvertretende Kolavia-Chef Alexander Smirnow am Montag in Moskau. Wie dieser Einfluss aussah und durch welchen Gegenstand er ausgelöst wurde, blieb offen.

Smirnow sagte zum Ablauf des Unglücks, dass die Crew keinen Notruf abgesetzt habe. Die Gründe dafür nannte der Vize-Chef der Airline auch: „Offenbar war die Mannschaft zum Zeitpunkt der Katastrophe bereits vollständig arbeitsunfähig“. Der Airbus A-321 hatte innerhalb von einer Minute massiv an Geschwindigkeit verloren. Nach ersten Erkenntnissen war das Flugzeug noch in der Luft auseinandergebrochen.

Terrormiliz spricht von Anschlag

Bei dem Unglück auf der ägyptischen Halbinsel Sinai sind am Samstag 224 Menschen ums Leben gekommen. An Bord der Maschine befanden sich überwiegend Touristen auf dem Weg vom Urlaubsort Scharm al-Scheich nach St. Petersburg. Einige Stunden nach dem Absturz hatte ein Ableger der Terrormiliz IS erklärt, dass es sich um einen Anschlag gehandelt habe. Der Anschlag sei eine Antwort auf die russischen Luftangriffe gegen IS-Terroristen in Syrien gewesen. Ägyptens Premierminister Scherif Ismail schloss jedoch aus, dass die Terroristen auf dem Sinai keine Raketen besäßen für solch einen Abschuss.

Weder russische Behörden noch die Fluglinie haben bisher diese Theorie bestätigt. Die russische Regierung legte sich im Gegensatz zu der Fluglinie bisher auf keine Erklärung zum Unglück fest. Nach Angaben der Regierung werde keine Unglücksursache ausgeschlossen – weder ein Terrorakt noch ein Defekt. (dpa/ac)