Berlin

Umfrage: Jeder Sechste hat sich schon mal krank gestellt

Berlin. Kerngesund, aber trotzdem nicht im Büro? Laut einer Umfrage des Instituts YouGov kommt das häufiger vor als gedacht: Etwa jeder Sechste (18 Prozent) hat sich schon mal krank gestellt.

Die Marktforscher befragten repräsentativ deutsche Arbeitnehmer und waren überrascht über die Tendenz zum Blaumachen: 21 Prozent der Befragten gaben zu, sie hätten schon einmal eine Krankheit deutlich schlimmer dargestellt, als sie eigentlich war. Elf Prozent gaben an, sich mit einer anderen unwahren Entschuldigung vor der Arbeit gedrückt zu haben.

Arbeitspsychologen haben längst darauf hingewiesen, dass es neben der überwiegenden Mehrheit, die krank zur Arbeit geht, auch diejenigen gibt, die sich eine zusätzliche Auszeit gönnen. Und dabei legten sie große schauspielerische Leistungen an den Tag: Statt ihr leichtes Magendrücken zu ignorieren, hätten sie sich mit dem Hinweis auf Magen-Darm-Virus vor dem Chef geradezu gekrümmt. Den leichten Kopfschmerz hätten sie wortreich und mit zu Schmerz verzerrtem Gesicht zur Migräne hochstilisiert.

Aber nicht nur Arbeitgeber würden laut YouGov munter angelogen. Auch in anderen Lebensbereichen sei der Hang, schamlos die Unwahrheit zu sagen, ausgeprägt: 16 Prozent hätten sich schon mindestens einmal krank gestellt, um sich nicht mit Freunden oder Familienmitgliedern treffen zu müssen, 14 Prozent hätten die Symptome schon mal maßlos übertrieben.

Auch bei den Entschuldigungen werde das Blaue vom Himmel gelogen: Arzttermine, kranke Schwiegermütter oder Kinder seien reihenweise erfunden.

Die Mehrheit jedoch – 58 Prozent – sagten, nichts davon gemacht zu haben und stets am Arbeitsplatz erschienen zu sein, auch wenn sie sich nicht gut gefühlt hätten. Laut DAK-Untersuchung gingen 36 Prozent der Deutschen bei Krankheit zur Arbeit.