Bukarest

Verheerender Brand in Nachtclub

27 junge Menschen sterben. 146 Verletzte nach Massenpanik

Bukarest. Bei einem Brand in einem Bukarester Nachtclub voller junger Leute sind am Freitagabend mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. 146 Verletzte waren am Sonnabendmittag noch im Krankenhaus – zehn davon schwebten in Lebensgefahr. Als Ursache gilt eine Feuerwerksshow während des Konzerts einer Band. Unter den etwa 200 Gästen brach eine Massenpanik aus.

Der rumänische Ministerpräsident Victor Ponta ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Ponta kehrte vorzeitig aus Mexiko zu einer Krisensitzung nach Bukarest zurück. Er verlangte strenge Kontrollen in allen Clubs und Bars des Landes. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sprach Rumänien sein Beileid aus.

Augenzeugen berichteten, dass das Feuerwerk während des Konzerts der Bukarester Band Goodbye to Gravity zunächst eine mit Schallschutzschaum verkleidete Säule in der Nähe der Bühne entzündet habe. Nach vergeblichen Löschversuchen eines Wachmanns habe sich das Feuer auf Decke und Wände ausgebreitet. Daraufhin sei es zu einer Massenpanik unter den Besuchern gekommen, weil zunächst nur einer von zwei Ausgängen des Kellerlokals geöffnet gewesen sei. Viele Gäste seien in dem dichten Rauch niedergetrampelt worden.

Staatspräsident Klaus Johannis gab den Betreibern des Lokals die Schuld. „Die Tragödie ist geschehen, weil einfache Regeln ignoriert wurden“, sagte er nach einem Besuch am Unglücksort in der rumänischen Hauptstadt. Das Lokal sei für ein solches Konzert „total ungeeignet“, zudem sei es in „unvorstellbarer“ Weise überfüllt gewesen.

Die oberste Staatsanwaltschaft des Landes übernahm die Ermittlungen. Geprüft werde, ob eine Mordanklage infrage komme oder ob die bisherige Einstufung als fahrlässige Tötung beibehalten werde.

Der Kellerclub „Colectiv“ habe keine Genehmigung des Katastrophenschutzes für Feuerwerksshows gehabt, so die Polizei. Der Bürgermeister jedoch sagte, grünes Licht vom Katastrophenschutz sei nicht notwendig, wenn der Betreiber eines Lokals schriftlich auf eigene Verantwortung für die Sicherheit garantiere. Dies sei im Fall „Colectiv“ geschehen.