Massenpanik

32 Menschen sterben bei Feuer in Bukarester Nachtclub

Nach dem Brand in einem Bukarester Nachtclub ist die Zahl der Todesopfer auf 32 gestiegen. Die Besitzer der Disko wurden festgenommen.

Bei einem Brand in einem Nachtclub im rumänischen Bukarest sind am späten Freitagabend 27 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 155 Menschen wurden verletzt.

Bei einem Brand in einem Nachtclub im rumänischen Bukarest sind am späten Freitagabend 27 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 155 Menschen wurden verletzt.

Foto: INQUAM PHOTOS / REUTERS

Bukarest.  Ein weiteres Opfer der Brandkatastrophe in einem Bukarester Nachtclub ist am Dienstag gestorben. Die Zahl der Toten stieg damit auf 32, teilte das Bukarester Pantelimon-Krankenhaus mit. Nach dem Unglück vom Freitagabend lagen noch 130 Verletzte in Kliniken, davon 50 schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzt. Die Regierung verschärfte die Brandschutz-Kontrollen für alle Lokale. Katastrophenschutz-Beamte dürfen diese nun sofort schließen, falls die Sicherheit der Gäste gefährdet ist.

Tausende Rumänen gingen am Dienstagabend auf die Straße, um gegen die Regierung zu protestieren, der sie Versagen beim Schutz der Bürger vor derartigen Katastrophen vorwarfen. „Schämt euch“, skandierten die Menschen nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax. Sie verlangten den Rücktritt von Ministerpräsident Victor Ponta, Innenminister Gabriel Oprea und des zuständigen Stadtteil-Ratshauschefs Cristian Popescu Piedone.

Besitzer des VClubs „Colectiv“ festgenommen

Inzwischen sind alle drei Eigentümer des Clubs „Colectiv“ festgenommen worden. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihnen fahrlässige Tötung und Körperverletzung vor. Sie ermittelt auch gegen die Stadtverwaltung.

Nach Angaben von Experten löste eine Feuerwerksshow während eines Konzertes den Brand aus. Die leicht brennbare schalldichte Verkleidung des Raums habe das Feuer begünstigt. Die Eigentümer hätten aus Kostengründen keine feuerfeste Wandverkleidung anbringen wollen. Für die Pyrotechnik hatte der Keller-Club keine Genehmigung. In dem überfüllten Lokal habe zudem nur ein einziger Ausgang zur Verfügung gestanden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Erst zehn Tage zuvor hatte die Polizei den Club kontrolliert, einen Mangel an qualifiziertem Personal beanstandet und dafür eine Geldbuße verhängt.

Bei Mängeln können Lokale nun geschlossen werden

Nach einer neuen Verordnung der Regierung darf das Inspektorat für Katastrophenschutz (ISU) ab sofort ein Lokal schließen, wenn Kontrolleure Sicherheitsmängel feststellen. Bisher durften nur die zuständigen Kommunalverwaltungen Lokalen den Betrieb verbieten.

Die Bukarester Stadtteil-Verwaltung, die für den Unglücks-Club „Colectiv“ zuständig ist, hatte erklärt, dass sie niemals abends Lokale kontrolliere. Grund sei, dass die Dienstzeit der Beamten immer um 16.30 Uhr ende. (dpa/rtr)