Lyon.

Ein bisschen Wurst schadet eben doch nicht

Die WHO relativiert ihre Aussage, dass verarbeitetes Fleisch das Krebsrisiko erhöhe

Lyon..  Es ging um die Wurst. Und das sorgte weltweit für Empörung. Am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Hauptsitz in Genf verkündet, dass die Behörde der Krebsforscher den regelmäßigen Konsum von Muskelfleisch aller Säugetiere, sprich von Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Schaf, Pferd und Ziege, als krebserregend einstufe. Jetzt fühlt sich die der WHO zugehörige Internationale Krebsforschungsagentur doch missverstanden.

Laut einer Umfrage sorgt sich nun jeder fünfte Deutsche

Es sei nicht darum gegangen, von Menschen zu verlangen, kein verarbeitetes Fleisch mehr zu essen. Die Verringerung des Konsums von Wurst- und Fleischwaren könne jedoch das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, senken, heißt es in einer Presseerklärung. Die Internationale Krebsforschungsagentur fordere deshalb keinen völligen Verzicht auf Wurst.

Auch wenn die WHO zu dem Ergebnis komme, dass durch den Konsum von 50 Gramm Wurst täglich das Darmkrebsrisiko um 18 Prozent steige, sei das zusätzliche Risiko durch den Fleischkonsum deutlich geringer, als es auf den ersten Blick erscheine, berichtete unterdessen das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI).

Der Zuwachs beziehe sich lediglich auf das relative Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Das absolute Risiko einer Erkrankung liege bei 5 Prozent. Durch den Wurstkonsum erhöhe sich dieses Risiko auf 6 Prozent. „Das hört sich schon etwas weniger dramatisch an“, heißt es jetzt in der RWI-Mitteilung.

In der Zwischenzeit scheint den Deutschen allerdings die Lust auf Wurst schon etwas vergangen zu sein. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge mache sich jeder Fünfte in Deutschland bereits Sorgen aufgrund des Berichtes der WHO. 24 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer in Deutschland seien aufgrund der jüngsten WHO-Einschätzung beunruhigt. Keine Sorgen um ihre tägliche Fleischmahlzeit machen sich demnach 73 Prozent.

Starköchin warnt vor veganer Ernährung bei Kindern

Starköchin Sarah Wiener warnt indes davor, Kinder als Veganer aufwachsen zu lassen. „Es kann nicht sein, dass wir Nahrung propagieren, mit der uns nur zusätzliche Chemie vor Mangelernährung schützt“, sagte die österreichische Fernsehmoderatorin „Focus Online“. Veganismus sei eine „diätische Mangelernährung“ und Kinder vegan zu ernähren, sei „nicht sinnvoll“.