Zwangsprostitution

Sex-Sklavinnen schafften für „Heiland“ 18 Stunden täglich an

Ein Zuhälter als Sektenchef: Zwei Frauen haben offenbar bis zur völligen Erschöpfung angeschafft, damit ihr „Heiland“ Kontakt hält.

Sie sahen sich als Jüngerinnen und in ihm einen Religionsstifter, dem sie gefallen müssen: Zwei Frauen haben deshalb alles hinter sich abgebrochen und im Bordell 18 und mehr Stunden gearbeitet.

Sie sahen sich als Jüngerinnen und in ihm einen Religionsstifter, dem sie gefallen müssen: Zwei Frauen haben deshalb alles hinter sich abgebrochen und im Bordell 18 und mehr Stunden gearbeitet.

Foto: Istockphoto / Matjaz Slanic

Düsseldorf.  Um ihrem Sekten-Guru zu gefallen, haben zwei Prostituierte in diversen deutschen Bordellen sieben Tage die Woche bis zu 18 Stunden täglich angeschafft. Ihr Motiv: Sie liefen Gefahr, dass ihr „Messias“ sie verstößt, wenn sie nicht täglich mindestens 1000 Euro erwirtschafteten. Das berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Düsseldorf.

Um auf diese Summen zu kommen, haben die Frauen den Kunden nach den Ermittlungsergebnissen sämtliche Sonderwünsche erfüllt und ohne eigenes Einkommen völlig isoliert in den Bordellen gelebt. Der 29-jährige „Guru“ ließ es sich derweil mit Frau und Kind in einem feudal eingerichteten Kölner Reihenhaus gut gehen. Von den Sex-Sklavinnen habe er sich als „Heiliger“ oder „Gesandter“ ansprechen lassen. Die Frauen hatten auf Geheiß ihres Meisters sämtliche sozialen Kontakte abgebrochen.

Wie der Mann mit seiner pseudo-religiösen Botschaft so viel Macht über die Frauen erlangen konnte, ist den Ermittlern zufolge noch nicht völlig klar. Er steht jetzt im Mittelpunkt von Ermittlungen wegen schweren Menschenhandels und Zuhälterei.

Gehilfe schnitt sich als Opfer Finger ab

Der Mann habe die Frauen sogar dazu gebracht, sich zur Bestrafung selbst durch Schläge zu züchtigen. Die Aura des Mannes wirkte auch auf einen 26-Jährigen, der als sein Gehilfe arbeitete: Der Mann habe sich einen Finger abgeschnitten, um seinem Gebieter „ein Opfer zu bringen“, berichteten die Ermittler.

Die beiden Männer sitzen nun wegen des Verdachts des schweren Menschenhandels und der Zuhälterei in Untersuchungshaft. Sie waren in Köln und Stuttgart festgenommen worden. Die Ermittler beschlagnahmten dabei 91.000 Euro Bargeld.

Zeuge hatte Streit beobachtet

Aufgeflogen waren sie, nachdem einem Zeugen aufgefallen war, wie eine der Frauen, eine 29-jährige Deutsche, auf einem Düsseldorfer Bordellgelände mit zwei Männern stritt. Bei den Beamten kam der Verdacht auf, dass die Frau nicht freiwillig in Bordellen im Rheinland, Hessen, Hamburg und Stuttgart anschaffte. Die Frau hatte alle Vorwürfe gegen den Mann bestritten.

Nach dreimonatigen Ermittlungen hat sich der Verdacht aber so weit erhärtet, dass eine Spezialeinheit den selbst ernannten Heiligen in seinem Kölner Haus festnahm. Die beiden Frauen (25 und 29 Jahre alt) seien aus den Bordellen geholt worden und würden nun intensiv betreut.