Blüten

Profi-Betrügerin steckt hinter bundesweiter Falschgeldwelle

Sie arbeitete extrem professionell, wurde aber nun doch gefasst: Eine 29-Jährige hat bundesweit mit falschen 200-Euro-Scheinen bezahlt.

Diese 200-Euro-Blüten stellte die Polizei in Wuppertal sicher - und stieß bei ihren Ermittlungen deutschlandweit auf Spuren einer 29-Jährigen.

Diese 200-Euro-Blüten stellte die Polizei in Wuppertal sicher - und stieß bei ihren Ermittlungen deutschlandweit auf Spuren einer 29-Jährigen.

Foto: dpa

Wuppertal.  Die Polizei in Wuppertal hat eine Falschgeld-Betrügerin auf frischer Tat ertappt. Nach wenigen Tagen Ermittlungen weitet sich der Fall der 29-jährigen Bulgarin jetzt immer weiter aus. Inzwischen warnt die Polizei von einer bundesweiten Falschgeld-Welle mit 200-Euro-Noten. Die, sagte am Freitag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, „sind hervorragend gefälscht“. Und alle wurden von der Frau in Umlauf gebracht.

„Wir haben wohl einen ‘dicken Fisch’ erwischt“, sagte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Die Frau sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl erlassen.

Es war ein Glückstreffer, zu verdanken sehr aufmerksamen Mitarbeitern einer Teeketten-Filiale in der Wuppertaler Innenstadt. Dort habe die Frau in der vergangenen Woche versucht einzukaufen. Die Art, wie sie bezahlen wollte, kam dem Personal verdächtig vor - weil bereits Mitarbeiter anderer Filialen in Deutschland, wohl über eine interne Facebook-Gruppe, von einer solchen Kundin berichtet hatten.

„Die Frau hat eine richtige Legende aufgebaut“

In dem Teegeschäft habe man die Frau daraufhin zwar abgewiesen, aber benachbarte Geschäftsleute gewarnt. Tatsächlich tauchte die Bulgarin kurz darauf in anderen Geschäften in der Nachbarschaft auf und wurde dann von Polizisten observiert. Nachdem sie in mehreren Läden jeweils Waren einkaufte und - wie sich dann herausstellte - jeweils mit gefälschten 200-Euro-Noten zahlte, nahm die Polizei sie fest.

„Die Frau hat eine richtige Legende aufgebaut“, berichtet Justizsprecher Baumert. Sie habe vorzugsweise kleine Geschäfte mit wenig Publikumsverkehr besucht, wirkte gepflegt und „machte einen seriösen Eindruck“. Sie habe ausschließlich Waren im Wert von knapp unter 30 Euro ausgesucht. „An der Kasse behauptete sie, nur 25 Euro mitzuführen“, die sie auch tatsächlich auf den Tisch legte. Sie sprach nur Englisch und bot dann an, mit britischen Pfund-Noten zu bezahlen, „was regelmäßig abgelehnt wurde“, heißt es im Polizeibericht. „Zufällig“, habe sich dann ein 200-Euro-Schein in ihrem Portmonee gefunden und sie konnte damit meist ihren Einkauf bezahlen.

200-Euro-Noten sind extrem gut gefälscht

Über Fotos und Fingerabdrücke der Frau weiß die Polizei inzwischen, dass die mit dieser Masche verbreiteten falschen Zweihundert alle durch die Hände der 29-Jährigen gegangen sind. Falschgeld tauchte unter anderen auch in Hamburg und Moers auf. „Minütlich trudeln bei uns neue Hinweise ein“, berichtet der Justizsprecher. Die Scheine seien „hervorragende Fälschungen und nur von Testgeräten mit neuester Software zu erkennen“. Sie sind so präpariert, dass sie sich durch chemische Teststifte, wie sie in viele Läden verwendet werden, nicht erkennen lassen. Selbst die Blindenschrift sei zu ertasten. Nur durch den Kipptest könne man erkennen, dass die Scheine nicht echt sind, sagt der Justizsprecher: „Aber, wer macht das an einer Ladenkasse schon?“

Falschgeld im Wert von 6600 Euro wurden bei der Frau sichergestellt. Versteckt waren die Scheine in Geheimfächern in Handtasche und Portmonee. Fast wäre die Bulgarin, die sich als Touristin in Deutschland aufhielt, der Polizei in Wuppertal wohl noch durchs Netz geschlüpft. Auf dem Weg durch die Geschäfte habe sie ihr Aussehen verändert; bei ihr wurde eine Perücke gefunden und eine schwarze Brille. Verraten hatte sie sich schließlich trotz aller Professionalität an einem kleinen Detail. Sie trug auffallend goldfarben lackierte Fingernägel.