Notlandung

Spanische Militärpiloten wohl von Terroristen entführt

Nach einer Notlandung sind drei spanische Soldaten verschwunden. Der Ort der Notlandung lässt Schlimmes befürchten.

Mit einem solchen „Super Puma“ waren die spanischen Piloten notgelandet.

Mit einem solchen „Super Puma“ waren die spanischen Piloten notgelandet.

Foto: TA CAPS / Thorsten Ahlf

Madrid.  Drei spanische Luftwaffenpiloten sind möglicherweise von islamistischen Terroristen oder auch von Piraten entführt worden. Seit fünf Tagen gibt es von den drei Militärs keine Spur. So mussten sie am 22. Oktober mit ihrem Hubschrauber eine Notlandung mitten auf dem Meer vor Westafrika machen. Dann verschwanden sie auf mysteriöse Weise.

Zunächst hatten Spaniens und auch Marokkos Regierung erleichtert mitgeteilt, die Besatzung sei von einem lokalen Fischerboot gerettet worden. Doch die Piloten kamen nie in einem Hafen an, und auch die Spur des Fischerkahns verlor sich – ein Kidnapping ist damit immer wahrscheinlicher.

Westafrika ist eine Hochburg islamistischer Terrorgruppen, die regelmäßig versuchen, mit der Entführung westlicher Bürger millionenschwere Lösegelder zu erpressen. Vor der westafrikanischen Küste sind zudem bis an die Zähne bewaffnete Piraten unterwegs, die Schiffe überfallen und ebenfalls mit Geiselnahmen Geld verdienen.

Vater des verschwundenen Piloten glaubt an Entführung

Der Vater von einem der verschwundenen Piloten, Francisco Ojeda, brach nach Tagen des Wartens sein Schweigen und teilte der Öffentlichkeit mit: „Wir glauben, dass es sich um eine Entführung handelt.“ Auch die spanische Regierung hat inzwischen alle Sicherheitskräfte mobilisiert und ermittelt in alle Richtungen. „Wir schließen keine Hypothese aus“, sagte Spaniens Verteidigungsminister Pedro Morenés. Zu Einzelheiten aber schwieg er. Spaniens konservativer Regierungschef Mariano Rajoy erklärte: „Wir werden alles Menschenmögliche tun, um sie zu finden.“

Ein Großaufgebot der spanischen Luftwaffe und der Marine sucht derzeit zusammen mit den westafrikanischen Küstenstaaten Marokko, Mauretanien und Senegal im Atlantik nach den Vermissten. Auch die Geheimdienste aktivierten ihre Antennen, um die Spur der Verschwundenen aufzuspüren.

Notsignal 500 Kilometer vor Gran Canaria gesendet

Der Hubschrauber vom Typ „Supe Ppuma“ sendete, vermutlich nach technischen Problemen, ein automatisches Notsignal rund 500 Kilometer südlich der spanischen Atlantikinsel Gran Canaria. Wenig später fand ein holländisches Schiff rund 46 Kilometer vor der zu Marokko gehörenden Westsahara den auf dem Atlantik treibenden Hubschrauber. Er wies keine sichtbaren Beschädigungen auf und konnte scheinbar ohne Probleme notlanden.

Daneben trieb ein Schlauchboot, in das sich die Besatzung offenbar zunächst retten konnte – doch von der Crew fehlte jede Spur.