Flucht

Polizei nimmt fünf ausgebrochene Straftäter aus Brauel fest

Die fünf Flüchtigen wurden im ostfriesischen Leer überwältigt. Ermittlungen hatten die Polizei zur Adresse eines Fluchthelfers geführt.

Das Haupttor des Maßregelvollzugzentrum in Brauel.

Das Haupttor des Maßregelvollzugzentrum in Brauel.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Rotenburg/Leer.  Knapp 24 Stunden nach ihrer Flucht sind die fünf Straftäter aus Niedersachsen gefasst worden. Sie waren am Montag aus dem Maßregelvollzug im niedersächsischen Brauel ausgebrochen. Ein Polizeisprecher bestätigte am Dienstagmorgen entsprechende Berichte des NDR. Demnach nahmen Spezialkräfte die Flüchtigen in der Nacht im ostfriesischen Leer fest. Umfangreiche Ermittlungen hätten die Beamten zur Adresse eines Fluchthelfers geführt. „Als sich die Beamten sicher waren, dass sich die Entwichenen in der Wohnung befanden, stürmten sie die Wohnung,“ sagte ein Polizeisprecher. Die fünf Männer und eine mögliche Fluchthelferin ließen sich ohne Widerstand festnehmen. Die Entflohenen wurden noch in der Nacht in die Justizvollzugsanstalt Oldenburg gebracht.

Die Häftlinge im Alter zwischen 22 und 28 Jahren hatten am frühen Montagmorgen eine filmreife Flucht hingelegt. Sie hatten drei Vollzugsangestellte in einer Einrichtung im Zevener Stadtteil Brauel im Landkreis Rotenburg überwältigt, ihnen die Schlüssel entwendet und waren durch das Tor auf der Rückseite geflüchtet. Ein Angestellter wurde dabei nach Polizeiangaben verletzt und kam vorübergehend ins Krankenhaus. Nach Angaben des Vollzugsleiters Harald Schmidt waren die Geflohenen erst kurze Zeit zusammen auf der geschlossenen Station untergebracht. Die dort untergebrachten Straftäter haben zwar keinen Freigang, aber ihre Zimmertüren stehen jederzeit offen.

Festgenommene Flüchtige gelten als gefährlich

Die Flüchtigen sind drogenabhängig und gelten als gefährlich. Verurteilt wurden die fünf Deutschen unter anderem wegen Raubes und räuberischer Erpressung, wegen Drogenhandels und Körperverletzung, wie das Sozialministerium auf Anfrage des NDR mitteilte.

Rund 1300 Straftäter sind nach Ministeriumsangaben zurzeit in den zehn niedersächsischen Maßregelvollzugseinrichtungen untergebracht. Dabei handelt es sich um psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter, die eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig sind – und deshalb nicht ins Gefängnis kommen. Erst im vergangenen Jahr hatte das Sozialministerium nach mehreren Ausbrüchen die Sicherheitsvorkehrungen für den Maßregelvollzug in Niedersachsen erhöht. In Brauel wurde der innere Zaun erhöht und der äußere mit einem Alarm ausgerüstet. Die Anstalt liegt in einem ruhigen Waldstück, etwas abseits der Straße.