Manzanillo

Noch keine Entwarnung wegen Hurrikan „Patricia“ in Mexiko

Manzanillo. Der Hurrikan „Patricia“ hat in Mexiko eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, aber bisher geringere Schäden angerichtet als befürchtet. Der Hurrikan hat über dem mexikanischen Festland an Kraft verloren, Entwarnung gibt es aber noch nicht.

Der örtliche Wetterdienst stufte den Sturm zwar auf die Kategorie Tropensturm herab. „Patricia“ erreichte über der Pazifikküste Mexikos Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Kilometern pro Stunde. Auf dem Meer war „Patricia“ zunächst der bisher schwerste registrierte Hurrikan. Dort gab es Windgeschwindigkeiten von bis zu 400 Stundenkilometern. Der nationale Wetterdienst erwartet jedoch nach wie vor heftige Regenfälle und Böen sowie starken Wellengang an der Pazifikküste sowie in Mitte und Nordosten des Landes. Nationale Medien berichten über Überschwemmungen und Erdrutsche, Tote gab es demnach nicht.

Bisher sei der Hurrikan nicht so gefährlich wie befürchtet, sagte Präsident Enrique Peña Nieto. „Bislang haben die Alarmsysteme und der Zivilschutz funktioniert“, lobte er. Doch der gefährlichste Teil des Hurrikans stehe noch bevor, warnte Nieto und forderte die von „Patricia“ bedrohten Mexikaner auf, in den zuvor aufgesuchten Notunterkünften zu bleiben.

Dort hatten Tausende Menschen Schutz gesucht. Viele Mexikaner flohen außerdem vor dem Sturm ins Landesinnere. Die Regierung verlegte zahlreiche Soldaten und Polizisten ins Gefahrengebiet. Im ganzen Land wurden Sammelstellen für Sachspenden und Lebensmittel eingerichtet. Im Ferienort Puerto Vallarta wurden rund 28.000 Touristen in Sicherheit gebracht.

Die Stärke des Hurrikans ist nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Folge des Klimawandels, für den der Mensch verantwortlich sei. „Dieser Hurrikan ist kein Naturphänomen mehr, sondern ein Monstersturm, den wir mit unserem Ausstoß von Treibhausgasen selbst gezüchtet haben“, sagte der Klimaexperte Karsten Smid. Es sei „beschämend“, dass vor dem UN-Klimagipfel im Dezember in Paris, wo ein Weltklimavertrag für über 190 Staaten abgeschlossen werden soll, so wenig vorangehe.