Schweden

Schwert-Attacke - Täter tötete aus Fremdenhass

Die Polizei in Schweden hat nach dem tödlichen Schwert-Angriff einen Selbstmord-Brief gefunden. Die Tat war offenbar geplant.

Schüler und Lehrer verlassen die Schile, in die der Täter eingedrungen  war

Schüler und Lehrer verlassen die Schile, in die der Täter eingedrungen war

Foto: Bjorn Larsson Rosvall / dpa

Trollhättan.  Der tödliche Schwertangriff an einer schwedischen Schule hat laut den Ermittlern einen rassistischen Hintergrund. „Wir vermuten, dass der Täter die Schule wählte, weil viele Einwanderer sie besuchen“, sagte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten alle Opfer einen Migrationshintergrund. „Wer helle Haut hatte, wurde nicht angegriffen.“

Bei der Attacke im westschwedischen Trollhättan hatte der 21-jährige Anton P. am Donnerstagmorgen einen Lehrerassistenten und einen Schüler getötet sowie einen weiteren Lehrer und Schüler verletzt. Die Polizei erschoss ihn anschließend. „Wir haben eine Art Selbstmordbrief gefunden“, berichtete der Polizeisprecher, der am Tag zuvor noch keine Auskunft über die Motive des Täters geben wollte.

Aus dem Brief gehe hervor, dass der Mann die Tat geplant habe. Auch die Kleidung des Täters habe Hinweise auf das Motiv gegeben. Der Helm des Mannes erinnerte Zeugen an eine Nazi-Uniform. In sozialen Netzwerken soll er Sympathie für Hitler und Nazi-Deutschland ausgedrückt haben. Der Mann trug außerdem einen schwarzen Umhang und eine dem Star-Wars-Epos entliehene Darth-Vader-Maske. „Die Schüler glaubten, es sei ein Halloween-Scherz und ließen sich mit ihm fotografieren“, sagte der Sprecher. Im Auto des Täters fand die Polizei die Hülle des Schwertes, mit dem der Mann zugestochen hatte. Außerdem hatte er ein Messer dabei.

Ein Lehrerassistent wurde zum ersten Opfer des Täters. Schwedische Medien feierten den 20-Jährigen als Held. Er habe die Schüler beschützen wollen, als der Maskierte vor ihnen mit seinem Schwert herumgefuchtelt habe. Der Mann starb noch am Tatort. Ein 1998 geborener dunkelhäutiger Schüler erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Halloween-Partys abgesagt

Die beiden Verletzten – ein 15 Jahre alter Schüler und ein 41-jähriger Lehrer - mussten auch am Freitag noch im Krankenhaus weiterbehandelt werden. Dem Teenager gehe es besser, berichtete die Krankenhausverwaltung. Der Zustand des erwachsenen Mannes sei weiter ernst, aber stabil.

Die angegriffene Kronan-Schule unterrichtet rund 400 Schüler im Alter von 6 bis 15 Jahren, darunter viele Kinder von kürzlich angekommenen Flüchtlingen.

Nach der Tat erreichten die Ermittler in der Nacht zum Freitag mehrere Notrufe von Menschen in Westschweden, die sich durch maskierte und verkleidete Personen bedroht fühlten. Die Polizei mahnte jedoch wegen der bevorstehenden Halloween-Partys zu Besonnenheit. Einige Schulen sagten ihre Auftritte zu Halloween ab.