Frankreich

Eine tödliche Falle für die Rentner

Der Reisebus einer Seniorengruppe aus Frankreich ging in Flammen auf. Die Insassen hatten keine Chance, dem Inferno zu entkommen.

Foto: Caroline Blumberg / dpa

Libourne.  Ein fröhlicher Aufbruch in den Urlaub sollte es werden, doch die Reise endete nach kaum zehn Minuten in einer Tragödie. Am frühen Freitagmorgen prallte ein mit Senioren vollbesetzter Bus auf einer kurvenreichen Landstraße unweit der südwestfranzösischen Stadt Libourne frontal mit einem unbeladenen Holztransporter zusammen. Beide Fahrzeuge gingen sofort in Flammen auf – eine tödliche Falle für die Rentner. Obwohl Rettungskräfte und Feuerwehr sehr rasch an der Unfallstelle eintrafen, kamen 43 Menschen ums Leben – darunter ein Kind. Dessen Leiche wurde auf dem Beifahrersitz des Lkw gefunden.

Passagiere ersticken im brennenden Bus

Im Inneren des Reisebusses müssen sich entsetzliche Szenen abgespielt haben. Zwar gelang es dem Busfahrer, nach der Kollision noch, die Türen zu öffnen. Aber nur sieben Passagiere und der Fahrer selbst fanden den Weh ins Freie. Den übrigen verstellten die Flammen den Weg. Einige schafften es zwar, die Scheiben neben ihren Sitzplätzen einzuschlagen, doch sie erstickten, bevor sie sich aus dem lichterloh brennenden Wrack winden konnten. Vier der acht Insassen, die aus der Feuerhölle entkommen konnten, erlitten zum Teil schwere Verletzungen und wurden sofort per Hubschrauber in das nächste Krankenhaus geflogen. Es dauerte eine gute Stunde, bevor etwa 70 Feuerwehrleute den Brand gelöscht hatten. Die schwarze Rauchsäule war kilometerweit zu sehen.

Das fürchterliche Unglück ereignete sich am Morgen um 7.30 Uhr auf dem Gebiet der kleinen Gemeinde Puisseguin. Die schmale Departementsstraße D17 schlängelt sich dort durch die Weinberge des renommierten Anbaugebiets Saint-Emilion. De Unfallstelle liegt genau im Scheitelpunkt einer ihrer ebenso zahlreichen wie als gefährlichen bekannten Kurven. Der Reisebus, der seine Passagiere zu einem Kurzurlaub in den Pyrenäen bringen sollte, war keine zehn Minuten zuvor im knapp acht Kilometer entfernt liegenden Dorf Petit-Palais losgefahren.

Beide Fahrzeuge vollständig ausgebrannt

Zur Unfallursache wollten die Behörden keine Angaben machen. „Wir können derzeit bestenfalls Vermutungen formulieren, doch das verbietet sich angesichts der Tragweite dieses Dramas“, sagte Pierre Dartout, der Präfekt der Region. Er bestätigte lediglich, dass umgehend eine Untersuchung eingeleitet wurde. Deren Ergebnisse könnten jedoch auf sich warten lassen, da beide in den Unfall verwickelten Fahrzeuge vollständig ausgebrannt sind und der Lkw-Fahrer ebenfalls zu den Toten zählt.

Sicher ist, dass die Wetterverhältnisse und der Zustand der vor drei Jahren neu geteerten D17 am Unfallort gut waren. Problematischer hingegen die Sicht- und Lichtverhältnisse zu einem Zeitpunkt, als die Morgendämmerung gerade einsetzte. Laut Gérard Dupuy, einem Mitglied des Gemeinderats von Puisseguin, hat es am gleichen Ort schon früher mehrere Unfälle gegeben. „Die Kurve ist aus keiner Fahrtrichtung einsehbar und die Straße dort so schmal, dass allein Personenwagen problemlos aneinander vorbeipassen“, sagte er.