Hip Hop

Blumentopf lösen sich nach mehr als 20 Jahren auf

Die Band Blumentopf macht keine Musik mehr. Das gaben die Münchner auf ihrer Facebook-Seite bekannt.

Wunder, Roger, Sepalot, Cajus und Schu wollen keine Band mehr sein.

Wunder, Roger, Sepalot, Cajus und Schu wollen keine Band mehr sein.

Foto: Andreas Gebert / dpa

München.  Eine traurige Nachricht für alle Hip-Hop-Fans: Blumentopf trennen sich. Das gaben die fünf Rapper aus Bayern am Freitag auf ihrer Facebook-Seite bekannt. Um Punkt 11 Uhr war es soweit: „Wir schalten die Geräte ab, klappen die Reimbücher zu und stürzen die Hip-Hop-Szene in ein schwarzes leeres Loch“, heißt es auf der Seite. „Wir lösen den Blumentopf auf. Es wird kein gemeinsames Album mehr geben. Wir sind raus.“

Nach mehr als 20 Jahren und sieben Studioalben sind Blumentopf somit Hip Hop-Geschichte. Die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, sagen die Musiker in dem fast einminütigen Video. Doch konkrete Gründe für ihre Trennung nennen sie nicht.

Sang- und klanglos will die legendäre Rap-Crew aber nicht gehen. „Wir wollen es gebührend beenden“ und noch einmal mit allen Fans zusammen feiern. So soll es in einem Jahr, am 22. Oktober 2016, ein großes Abschiedskonzert in München im Zenith geben. Die Musiker wollten den „Blumentopf da zu Grabe tragen“, wo sie sich immer am wohlsten gefühlt hätten: auf der Bühne.

Trauer unter den Fans

Bei den Fans löste die Nachricht Entsetzen aus. Auf der Facebook-Seite der Band schreibt Helene Wastian: „Einfach unfassbar, und es treibt mir fast die Tränen ins Gesicht.“ Frank Lebowski kommentiert: „Das könnt ihr doch nicht machen. Deutschrap braucht den Topf! Ihr werdet mir fehlen!“

Blumentopf hatten sich 1992 gegründet und gehörten zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Hip-Hop-Szene. Mit ihrem Debüt-Album „Kein Zufall“ im Jahr 1997 machten sie Hip Hop in Deutschland mainstream-fähig. 2010 belegten sie bei Stefan Raabs „Bundesvision Songcontest“ den vierten Platz. Im Jahr 2012 brachten Blumentopf ihr siebtes Studioalbum „Nieder mit der GbR“ auf den Markt. Vor rund zwei Wochen waren die Rapper noch in München beim Danke-Konzert für die Flüchtlingshelfer aufgetreten.