Mexiko

Wieder ein Tunnel: Drogenkartell gräbt sich Weg in die USA

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800 Meter unter der Erde von Mexiko in die USA: Das von den Behörden veröffentlichte Foto zeigt, dass sogar Schienen verlegt waren für den Drogenschmuggel im großen Stil.

800 Meter unter der Erde von Mexiko in die USA: Das von den Behörden veröffentlichte Foto zeigt, dass sogar Schienen verlegt waren für den Drogenschmuggel im großen Stil.

Foto: Cns / Handout / dpa

Erst der Fluchtweg für Drogenboss „El Chapo“, jetzt eine unterirdische Schmuggelstrecke: Mexikos Unterwelt ist groß im Tunnelbau.

Tijuana.  Er hatte Beleuchtung, Luftzufuhr und sogar ein Schienensystem: Zwischen Mexiko und den USA ist ein 800 Meter langer Tunnel zum Schmuggeln von Drogen entdeckt worden. Bei dem Einsatz an der Grenze wurden 16 Verdächtige festgenommen und zehn Tonnen Marihuana beschlagnahmt, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit.

Der unterirdische Gang zwischen Tijuana in Mexiko und der US-Stadt San Diego erstreckte sich demnach bis zu zehn Meter unter der Erde rund 600 Meter auf mexikanischer und 200 Meter auf US-Seite. Durch ungewöhnlichen Lkw-Verkehr waren die Behörden den Schmugglern auf die Spur gekommen und hatten schließlich den Einstieg ausfindig gemacht.

Die Verdächtigen gehören ersten Ermittlungen zufolge einer kriminellen Organisation aus dem Bundesstaat Jalisco an. Dort ist das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación aktiv. Es arbeitet mit dem Sinaloa-Kartell des Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán zusammen. Das Sinaloa-Kartell gilt in der mexikanischen Unterwelt als Meister des Tunnelbaus.

Affe verriet durch Tunnel geflohenen „El Chapo“

Der Kartellboss ist vor rund drei Monaten durch einen unterirdischen Gang aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano im Zentrum Mexikos getürmt und seitdem auf der Flucht. Offenbar sind die Behörden ihm aber dicht auf der Spur – und das verdanken sie dem Äffchen Botas von „El Chapos“ Töchtern.

Nach der Flucht des Drogenbarons war die Familie verschwunden, hatte aber das Tier zurückgelassen. Guzmán schickte jedoch seine Leute zurück, um Botas für seine unglücklichen Kinder zu holen. Das Tier wurde im Auto von Guzmáns Schwager auf dem Weg nach Sinaloa gesichtet. Für die Ermittler war das ein wichtiger Hinweis, dass der Drogenboss sich in seiner Heimatregion aufhält. Dort wurde er zuletzt bei einem Zugriffsversuch der Marineinfanterie im verletzt. Letztendlich konnte er aber erneut entwischen.

( dpa/law )

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