Tombstone

Wyatt Earp-Schießerei nachgestellt – mit echter Munition

Tombstone.  In der alten Westernstadt Tombstone in den USA haben Schauspieler die Zeiten von Wyatt Earp und Doc Holliday allzu originalgetreu wiederbelebt: Einer der Schauspieler habe am vergangenen Wochenende scharfe Munition benutzt und vor Tausenden Zuschauern zwei andere niedergeschossen, teilte der Marshall von Tombstone im US-Bundesstaat Arizona mit.

Wie die Munition in die Waffe kam, ist noch unklar

Beide Opfer hätten überlebt, ein Mann habe zur Operation in ein Krankenhaus geflogen werden müssen, weil er in der Leistengegend verletzt wurde. Eine Zuschauerin des Spektakels erlitt einen Streifschuss am Nacken, wollte sich nach offiziellen Angaben aber nicht ärztlich behandeln lassen. „Es war ein Unfall“, sagte eine Sprecherin des Marshall-Büros am Montag.

Wie die scharfe Munition in die Waffe gelangt ist, ist bisher noch unklar. Der Schauspieler selbst könne sich dies nicht erklären. Doch weil er zu spät zu seinem Auftritt gekommen war, wurde seine Waffe nicht ordnungsgemäß kontrolliert. Der Bürgermeister von Tombstone stellte die Historien-Schießereien wegen des Vorfalls bis auf Weiteres ein. Sie könnten erst weitergehen, wenn sichergestellt sei, dass alle beteiligten Waffen mit sicherer Munition geladen seien, sagte er.

Die Stadt ist bekannt für die Nachstellung von Szenen

Tombstone ist eine der letzten klassischen Westernstädte gewesen. Sie liegt in der Wüste nahe der Grenze zu Mexiko. Häufig werden dort Ereignisse aus der Westernzeit für Touristen nachgestellt. Im Fall der zuletzt nachgestellten Historienszene ging es um die berühmt gewordene Schießerei am O.K. Corral aus dem Jahr 1881. Damals hatten sich unter anderem die Earp-Brüder Wyatt, Morgan und Virgil sowie der Revolverheld Doc Holliday auf der einen Seite und die gesetzlosen McLaury-Brüder auf der anderen Seite gegenübergestanden. Die Schießerei am O.K. Coral begründete Wyatt Earps Ruf als Legende.