Berlin

Die Zukunft ist da!

| Lesedauer: 5 Minuten
Aaron Clamann

Vor 26 Jahren zeigte „Zurück in die Zukunft II“ den 21. Oktober 2015. Was davon wurde wahr?

Berlin. Wie aus dem Nichts landet der schnittige DeLorean-Sportwagen im Vorgarten der McFlys. Es ist Doc Brown, direkt aus der Zukunft. Seine Mission: Marty McFly und seine Freundin Jennifer müssen dringend mitkommen – ihre zukünftigen Kinder sind in Schwierigkeiten. Eilig steigen die drei in den DeLorean, und der katapultiert sie raus aus dem Jahr 1985. Nächster Halt: der 21. Oktober 2015.

Dieses Datum klang nicht nur für die jungen Hauptfiguren aus Robert Zemeckis’ Zeitreisetrilogie „Zurück in die Zukunft“ nach fernen Zeiten. Auch die Kinozuschauer konnten sich im Jahr 1989 nur vage vorstellen, wie sie werden würde, die Welt im 21. Jahrhundert. Aber jetzt, endlich, ist es so weit. Die Zukunft ist da. Weltweit wird der 21. Oktober 2015 von Fans der Trilogie gefeiert. Es ist aber nicht nur der Tag, um auf das Erscheinen des DeLoreans zu warten. Sondern auch der, an dem alle Zukunftsvisionen des Films überprüfbar werden. Wie genau haben die Filmemacher die Wirklichkeit des Jahres 2015 getroffen? Eine nicht ganz wissenschaftliche Analyse der populärsten Gegenstände liefert die Antwort:

Fliegende Autos

Das von Marty McFly (Michael J. Fox) und Doc Brown (Christopher Lloyd) gefahrene Auto wurde zur Ikone. Futuristisches Aussehen und Flügeltüren machten den DeLorean DMC zum Kultobjekt, das heute noch bei Sammlern begehrt ist. Im zweiten Teil von „Zurück in die Zukunft“ konnte nicht nur der DeLorean fliegen – der gesamte Straßenverkehr spielte sich plötzlich in der Luft ab. Die Vorstellung wurde beispielsweise auch 1997 noch im Science-Fiction-Film „Das fünfte Element“ von Luc Besson gepflegt. Der Trend zum fliegenden Fahrzeug hat sich allerdings bis heute nicht durchgesetzt. Geblieben sind nur kuriose Einzelstücke mit Propeller oder Flugzeuge mit Zulassung für den Straßenverkehr.

Verwirklicht: 1,5 Prozent

Digitalisierung

Nicht wenige Gegenstände aus „Zurück in die Zukunft II“ haben es tatsächlich in unseren Alltag geschafft. Eines der prominentesten Beispiele ist die Videotelefonie, die Marty McFly nutzt, um von zu Hause aus mit seinem Chef zu kommunizieren. Was für die Kinobesucher im Jahr 1989 noch eine reine Zukunftsvision war, ist dank Skype und integrierten Kameras in Smartphones und Notebooks längst Wirklichkeit geworden. Auch Flachbildschirme, die die halbe Wohnzimmerwand einnehmen: längst Alltag.

Die Familie McFly öffnet ihre Haustür per Fingerabdruckscanner: Vielleicht noch nicht ganz so alltäglich, aber längst lassen sich auch im echten Leben Autos, Wohnungen und Notebooks per Fingerabdruck entsperren. Die Filmfamilie steuert zudem über einen tragbaren Computer zahlreiche Haushaltsgeräte und die Fernseher im Haus. Auch im realen 2015 sind Tablets längst Alltagsgegenstände und vor allem bei Neubauten werden immer häufiger Heizungen, Lichtschalter und sogar Türen eingebaut, die sich über das Tablet oder das Smartphone bedienen lassen.

Verwirklicht: 95 Prozent

Mode

Neben den digitalen Alltagshelfern ist ein Kultobjekt aus dem Film Wirklichkeit geworden. Der Sportartikelhersteller Nike hat mit dem „Nike Mag“ eine Kopie des Schuhs herausgebracht, den Marty McFly in der Zukunft trägt. Schon im Jahr 2011 brachte Nike den Mag heraus, der aber ausschließlich zugunsten der Michael J. Fox Foundation versteigert wurde. Die Stiftung ist in der Erforschung von Parkinson aktiv, der Krankheit, an der auch ihr Gründer und Namensgeber erkrankt ist. Die Auflage der Schuhe von 1510 Paaren wird als Hinweis auf den Oktober 2015 gesehen. Im Gegensatz zum Modell aus dem Film enthielt die Version von 2011 allerdings nicht die automatische Schnürung. Diese soll in einer Neuauflage enthalten sein – zumindest wird in Internetmodeportalen spekuliert, dass der automatisierte Schuh am 21.10.2015 in den Läden steht. Dann könnten Besitzer per App die Schnürung steuern, heißt es.

Eine doppelte Krawatte mit zwei nebeneinanderliegenden Knoten, wie sie der gealterte Marty McFly trägt, hat es zum Glück nicht in die Regale der Kaufhäuser im echten Jahr 2015 gebracht. Ebenfalls verschont wurden die Kunden der Gegenwart von Metallhelmen, die im Film zu bunten Outfits getragen wurden. Auch eine Jacke, die sich auf Knopfdruck an die eigene Größe anpasst, bleibt der Traum von Menschen mit Gewichtsschwankungen.

Verwirklicht: 65 Prozent.

Sport und Unterhaltung

Mit dem schwebenden Skateboard, hier Hoverboard genannt, liefert sich der Filmheld eine Verfolgungsjagd. Profiskateboarder wie der US-Amerikaner Tony Hawk und Fans des Films haben jahrelang auf ein funktionierendes Hoverboard gewartet. Immer wieder gab es gefälschte Videos von angeblich funktionsfähigen Prototypen. Doch erst im Herbst 2014 präsentierte die Firma Hendo ein schwebefähiges Board. In der Luft hielt sich das Brett über eine Magnettechnik – es fährt also nur über magnetische Untergründe und ist noch nicht im Handel. In einer Szene läuft Marty McFly an einem Kino vorbei, als ihn ein riesiger Hai anspringt. Nach dem ersten Schreck begreift McFly, dass es sich um eine Projektion handelt. Was ihn noch erschreckt, gehört heute zum Repertoire jedes größeren 3-D-Films.

Verwirklicht: 60 Prozent

Fazit

Zusammengenommen stellen wir eine Umsetzungsquote der Filmzukunft von mehr als 50 Prozent fest – keine schlechte Bilanz für die Macher. Und für die Fans bleibt der Film sowieso zu 100 Prozent zukunftsfähig.

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