Mönchengladbach

Urteil: Beschäftigter hätte mit „Puffauto“ fahren müssen

Mönchengladbach.  Einem Beschäftigten eines Kaffeevertriebs, der kein Firmenfahrzeug mit sexistischer Werbung fahren wollte, ist zu Recht gekündigt worden. Das hat das Arbeitsgericht Mönchengladbach am Mittwoch entschieden. Auf der Tür waren nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine mit halb ausgezogenen roten Pumps zu sehen. Der Mann hatte sich im Juni geweigert, mit dem Wagen zu fahren. Er sah sich wegen seiner Homosexualität diskriminiert, da außer ihm kein anderer Mitarbeiter mit einer solchen Werbung fahren musste. Seine Firma kündigte ihm daraufhin fristlos.

Der Arbeitgeber habe grundsätzlich die Möglichkeit, einem Arbeitnehmer ein nach seinen Vorstellungen gestaltetes Fahrzeug zuzuweisen, stellte das Gericht fest. Die fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung sei aber unverhältnismäßig. Nur die ordentliche Kündigung zum Jahresende sei wirksam. Diese hatte das Unternehmen für den Fall der Ungültigkeit der fristlosen Kündigung gleich mit ausgesprochen. Eine Diskriminierung wegen der Homosexualität sahen die Richter nicht. „Ich habe kein Problem mit seiner Homosexualität“, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens.