Bio-Fastfood

Bisschen-Bio-Burger: McDonald’s wirbt mit „gutem Gewissen“

Der Fast-Food-Marktführer testet, wie ein Burger mit Bio-Siegel bei den Kunden ankommt. Doch wie viel Bio steckt im neuen McB?

Große Bio-Siegel, kleiner Pfeil: Nur das Fleisch in der neuen Burger-Variante ist bio

Große Bio-Siegel, kleiner Pfeil: Nur das Fleisch in der neuen Burger-Variante ist bio

Foto: BM

Berlin.  Er sieht gut aus, auf Fotos zumindest: das mehlbestäubte, dunklere Brötchen, der sich knackig kräuselnde Salat, die Käsescheibe, die tatsächlich von einem Laib Käse zu stammen scheint und Fleisch, das mit seinen unregelmäßigen Rändern gar nicht genormt wirkt. So präsentiert McDonald’s Deutschland den „McB.“. Das B soll für Bio stehen, und dass der Burger nicht Bio heißt, hat einen guten Grund: Nur das Fleisch hat das Bio-Siegel, alle anderen Zutaten sind herkömmlich produziert.

Eine Weltpremiere, heißt es beim Fast-Food-Riesen, zumindest für McDonald‘s – und eine zeitlich begrenzte Aktion. Bis Mitte November gibt’s erst den McB, dann den „Long McB“. Was unterscheidet den Burger von seinen Artgenossen? „Was anders ist als bei anderen Burgern: Im McB. sind 100 Prozent Bio-Rindfleisch“, sagt Philipp Wachholz, Sprecher von McDonald’s Deutschland. „Kann Spuren von gutem Gewissen enthalten“, steht auf Werbe-Plakaten – aber eben nur bis Mitte November.

Ist der Bisschen-Bio-Burger reines Marketing?

Die Umsätze der Fast-Food-Kette waren zurückgegangen, immer mehr unabhängige Burger-Restaurants, aber auch kleinere Ketten, haben in den vergangen Jahren mit kunstvollen Kreationen den riesigen Hunger der Verbraucher nach diesem ur-amerikanischen Essen gestillt. Ist der Bisschen-Bio-Burger bei McDonald’s eine reine Marketing-Aktion? „Ich gehe davon aus, dass im Konzern überlegt wird: Wie können wir neue Marktsegmente erschließen?“, sagt Sophie Herr, Lebensmittel-Expertin vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Ein Bio-Angebot gehöre selbstverständlich dazu: „Es gibt bei vielen Menschen den Wunsch, sich bio-zertifiziert zu ernähren.“

Um den McB anbieten zu können, mussten 1275 der 1477 Schnell-Restaurants in Deutschland extra zertifiziert werden; in kleinen Filialen, etwa in Einkaufszentrenten, gibt’s den neuen Burger nicht. Warum ist nicht der ganze Burger bio? „Es ist fur uns momentan nicht möglich, alle Zutaten für den „McB.“ und „Long McB.“ in ausreichender Menge in der von uns geforderten Qualität und Regelmäßigkeit als Bio-Lebensmittel zu beziehen“, erklärt der Unternehmenssprecher. Die Nachfrage nach Bio-Produkten sei tatsächlich so groß, dass sie mit in Deutschland hergestellten Produkten gar nicht mehr gedeckt werden könne, sagt Verbraucherschützerin Herr.

Genug Bio-Fleisch für 5,3 Millionen Burger

Rund 600 Tonnen Bio-Rindfleisch hat der Konzern in Deutschland und Österreich aufgekauft. Das „Patty“, die Fleisch-Scheibe in Burgern, wiegt bei den Spezial-Versionen etwa 113 Gramm. Rund 5,3 Millionen Burger mit Bio-Fleisch könnte es also geben. Sind mehr Bio-Produkte in Planung? „Es kommt darauf an, wie das Angebot von unseren Gästen angenommen wird“, sagt Wachholz.,“aber für ein belastbares Fazit ist es noch viel zu früh.“

Wer meint, ein Burger mit Bio-Fleisch sei möglicherweise gesünder als andere, liegt falsch: Der McB hat 610 Kalorien, 29 Gramm Fett und 13 Gramm Zucker, der Marken-Klassiker Big Mac hat 509 Kalorien, 26 Gramm Fett und 8,7 Gramm Zucker.