„Dislike“ bei Facebook?

Kein Daumen nach unten: Was Zuckerberg wörtlich sagte

Der „Gefällt mir nicht“-Button auf Facebook kommt - nur ein bisschen. Hier ist, was Mark Zuckerberg wörtlich gesagt hat.

Daumen nach unten, wie Zuckerberg demonstriert? So gerade nicht , erläuterte er

Daumen nach unten, wie Zuckerberg demonstriert? So gerade nicht , erläuterte er

Foto: Screenshot / BM

Palo Alt. Die Nachricht von einem „Gefällt mir nicht“-Button bei Facebook machte in der Nacht zu Mittwoch schnell die Runde. Aber sie war nicht ganz richtig. In der Form will er ihn eben genau nicht, sagte Zuckerberg in der öffentlichen Fragerunde. Als Fragesteller für das Thema, das Facebooknutzer seit Jahren bewegt, war Sayed Alesawy ausgewählt worden, 28-jähriger Student der Computerwissenschaften aus Kairo. Er hatte gefragt: „Wir brauchen mehr Möglichkeiten als nur den Like-Button. Warum gibt es keine anderen Optionen wie ,Tut mir leid’, ,Interessant’ oder ,Gefällt mir nicht’?“

zuckerberg und der Daumen

Zwei Minuten und vier Sekunden lang antwortete Mark Zuckerberg darauf. Das sagte er wörtlich:

„Ah, Sayed aus Ägypten. Ich denke, Menschen fragen seit vielen Jahren nach einem Dislike-Button, es waren vielleicht Hunderte, die danach gefragt haben [bei dem Q & A]. Und heute ist ein besonderer Tag, weil heute der Tag ist, an dem ich tatsächlich sagen kann, dass wir daran arbeiten.

Geraune im Publikum.

Wir sind auch sehr kurz davor, einen Test zu starten. Es hat einige Zeit gebraucht, bis wir an dem Punkt angekommen sind, weil wir nicht einfach einen Dislike-Button bauen wollten. Denn, wisst ihr, wir wollen Facebook nicht einfach verwandeln in etwas, wo die Menschen die Beiträge anderer Menschen als Top oder Flop bewerten können. Das erscheint uns nicht die Art von Gemeinschaft, die wir schaffen wollen. Du willst nicht, dass du einen schönen Moment teilst, der an dem Tag wichtig für Dich war, und das dann jemand diesen als Flop bewertet.

Er zeigt mit dem Daumen nach unten, Zuhörer lachen.

Um so etwas zu schaffen sind wir nicht auf der Welt. Aber im Laufe der Jahre haben die Menschen nach so etwas gefragt. Was wir inzwischen gelernt haben, ist, dass die Leute keine Möglichkeit suchen, die Beiträge anderer abzuwerten. Was sie wirklich wollen, ist die Möglichkeit, Empathie auszurücken.

Ihr wisst, nicht jeder Moment ist schön, richtig? Und wenn du etwas teilst, was traurig ist, aktuelle Ereignisse, die Flüchtlingskrise, die dir nahe geht, wenn ein Verwandter gestorben ist, fühlt man sich nicht wohl dabei, so einen Beitrag zu liken. Aber deine Freunde und andere Menschen möchten dann ausdrücken können, dass sie Verständnis für dich haben.

Ich denke deshalb, dass es wichtig ist, den Menschen neben dem Liken weitere Möglichkeiten zu geben, auf schnelle Art zu reagieren und ihre Gefühle bei dem Beitrag auszudrücken. Daran arbeiten wir schon einige Zeit. Es ist wirklich überraschend kompliziert, eine Interaktion umzusetzen, die so schlicht sein soll. Wir haben aber eine Vorstellung, von der wir denken, dass sie so weit ist, dass wir sie testen können. Abhängig davon, wie das dann läuft, werden wir es der breiten Masse zur Verfügung stellen. Danke für die Rückmeldungen all die Jahre. Ich denke, am Ende haben wir auf euch gehört.

Er lacht, Gelächter auch im Publikum.

Wir arbeiten daran und hoffentlich schaffen wir etwas, dass die Bedürfnisse unserer Community erfüllt.“

Die Satiresendung "Extra3" des NDR brachte unterdessen einen Button für Facebook in Deutschland ins Gespräch: Abwarten-Tweet