Polen

Polnischer Museumsleiter: Nazi-Tunnel entdeckt

Walbrzych. Der Wirbel um angebliche Nazi-Schätze in Polen hält an: Nachdem Gerüchte über einen „Nazi-Goldzug“ in Niederschlesien für Aufregung gesorgt hatten, will nun der Chef eines örtlichen Museums ein Tunnelsystem entdeckt haben. „Der Komplex hat die Ausmaße einer Großstadt“, sagt Krzysztof Szpakowski im Sender TVN24. In der Anlage könne sich „alles Mögliche“ verbergen – wenn auch nicht unbedingt der „Goldzug“ oder das sagenumwobene Bernsteinzimmer.

In jahrelanger Arbeit habe Szpakowski Akten durchwühlt und Augenzeugen befragt. Zudem könne er Bodenradarbilder vorlegen. Die Anlage war demnach ein bisher unbekannter Teil des NS-Bauvorhabens „Riese“. Dabei hatten die Nazis im Zweiten Weltkrieg bis zu 13.300 KZ-Häftlinge gezwungen, ein Stollensystem in das Eulengebirge südwestlich von Breslau (Wroclaw) zu graben. Tausende der überwiegend jüdischen Häftlinge kamen dabei ums Leben. Als die Sowjetarmee anrückte, wurden die Stollenzugänge gesprengt.

Eifrig spekuliert wird nun über einen Zusammenhang zwischen den Tunneln und dem „Nazi-Goldzug“. Örtliche Zeitungen sprachen schon von einer „weiteren Sensation“. Denkbar ist aber, dass die angeblichen Entdecker Trittbrettfahrer sind, die vom Medienrummel profitieren wollen.