Paris

Chef gibt Mitarbeitern so viel Urlaub, wie sie wollen

Peter Heusch

Paris. Die Urlaubszeit ist vorbei. Was für viele Anlass für schlechte Laune ist, kann den Mitarbeitern eines Pariser Start-up-Unternehmens egal sein: Die 15 Angestellten der Informatikfirma Evercontact können Urlaub nehmen, so viel und wann sie möchten.

Gesetzlich stehen den französischen Angestellten fünf Wochen Urlaub pro Jahr zu, aber bei Evercontact kommen sie glatt auf das Doppelte. Trotzdem floriert das 2009 gegründete Unternehmen – nach dem Prinzip der Eigenverantwortung. „Ich erwarte von jedem Mitarbeiter, dass er die ihm anvertraute Arbeit fristgerecht erledigt. Aber wie, wo oder wann er das tut, bleibt ihm überlassen“, sagt Evercontact-Chef Philippe Laval. Nein, erfunden hat Laval dieses Managementkonzept nicht. Eine ganze Reihe von US-Firmen im Silicon Valley praktizieren es schon seit längerer Zeit.

Aber er ist der bislang einzige Unternehmer, der es nach Frankreich importierte. Problemlos, wie er versichert: „In sechs Jahren ist es noch nie vorgekommen, dass sich ein Mitarbeiter einfach von heute auf morgen in den Urlaub verabschiedet hätte. Alle kündigen das rechtzeitig an, und sie sorgen auch dafür, dass die Kundenbetreuung während ihrer Abwesenheit gewährleistet ist.“

Theoretisch könnten seine Mitarbeiter durchaus „drei Monate Urlaub im Jahr machen oder mehr“, doch das komme nicht vor, der Durchschnitt habe sich bei „vernünftigen sieben bis zehn Wochen“ eingependelt. Dafür werde dann in der verbleibenden Zeit mehr und länger gearbeitet.

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