Essen

Straßenbahnfahrer rettet Zweijähriger das Leben

Philipp Wahl

Essen.  Dank bekommt Jörg Benner selten in seinem Beruf. Der 55-Jährige fährt Straßenbahn, sitzt seit 1982 am Steuer für die Essener Verkehrs-AG. Jetzt allerdings wurde der Essener von seinen Fahrgästen gefeiert – als Lebensretter.

11.53 Uhr, Dienstag. Fahrgastnotruf. Aus dem Fahrgastraum hört Jörg Benner panische Hilfeschreie. Weiter hinten im Zug hält eine 25-jährige Essenerin weinend ihre zweijährige Tochter im Arm. Das Mädchen ist bewusstlos und bereits blau angelaufen. Benner stoppt die Bahn, eilt zur Hilfe.

Auf dem Weg nach hinten schickt er alle Passagiere nach draußen auf den Bahnsteig und lässt einen Fahrgast das Notsignal senden. Später bekommt er sowohl von der Mutter als auch von den weiteren Fahrgästen und hauptamtlichen Rettern viel Lob für seine Entschlossenheit. Benner selbst sagt: „Ich hab’ einfach nur funktioniert.“

Auf einer Sitzbank spendet er der kleinen Sophie vorsichtig Atem. Das Kleinkind hat einen Krampfanfall, ist geschwächt nach einem Magen-Darm-Infekt. Herzmassage, wieder Beatmung. Schließlich öffnet Sophie wieder ihre Augen. „Das Schönste war, als die Kleine plötzlich zu weinen begann“, erzählt Benner. Schon gestern ging es Sophie wieder gut, heute soll sie das Krankenhaus verlassen dürfen.

Nicht das erste Mal Schutzengel

Nicht nur auf dem Bahnsteig, auch in den Sozialen Netzwerken im Internet wird Jörg Benner als Held gefeiert. Er selbst bleibt bescheiden. Dass er bereits im letzten Dezember im Dienst einen Menschen rettete, einen Autofahrer vor dem Tod durch Herzinfarkt bewahrte, erwähnt er eher beiläufig. Immerhin ein bisschen bewegt war er dann aber doch durch den Applaus der rund 80 Passagiere in der Bahn: „Da hab’ ich eine Gänsehaut und feuchte Augen bekommen.“

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos