Großmarkt in Essen

Palettenweise Bananenkisten mit Kokain entdeckt

In Bananenkisten sind in einem Essener Großmarkt riesige Mengen Rauschgift entdeckt worden. Der Fund erinnert an einen Berliner Fall.

Polizeibeamte verladen in einem Essener Großmarkt Bananenkisten. Darin wurde jede Menge Kokain entdeckt

Polizeibeamte verladen in einem Essener Großmarkt Bananenkisten. Darin wurde jede Menge Kokain entdeckt

Foto: Stephan Witte / dpa

Versteckt in Bananenkisten auf Dutzenden Paletten hat die Polizei im Großmarkt von Essen eine große Menge Rauschgift sichergestellt. „Wir gehen im Moment davon aus, dass es sich um Kokain handelt“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.

Während die „Bild“-Zeitung von „Hunderten Kilo Kokain“ berichtete, schätzte die Sprecherin die entdeckte Menge auf einen „zweistelligen Kilobereich“. Allerdings seien auch noch nicht alle Kisten gesichtet worden.

Den entscheidenden Tipp hätten Beschäftigte des Marktes gegeben: „Denen ist aufgefallen, dass da etwas in den Bananenkisten war, das da normalerweise nicht hineingehört“, sagte ein weiterer Polizeisprecher.

Beliebtes Schmuggler-Versteck

Unklar ist bislang, wohin die Bananen gebracht werden sollten. Laut „Bild“ sollte die Lieferung am Freitag bei einem Discounter im Obstregal landen.

Bananenkisten als Versteck für Kokain sind nach Einschätzung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter nichts Ungewöhnliches. Deutschland importiere mehr als eine Million Tonnen Bananen, sagte Thomas Spaniel, der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Berlin. Bei solchen Größenordnungen sei es unmöglich, in den Häfen alle Container eingehend zu prüfen.

„Da hat man kaum eine Chance“, meinte Spaniel. Daher biete es sich für Schmuggler an, das Rauschgift in Bananenkisten zu verstecken.

Kokain in Berlin

In Berlin und im Umland waren zuletzt im Januar 2014 Bananenkisten mit Kokain in Umlauf gekommen: In fünf Supermärkten von Aldi wurden damals 140 Kilogramm Kokain mit einem Marktwert von sechs Millionen Euro entdeckt.

Die Kokainmenge war damals ursprünglich für Großbritannien bestimmt. Ungünstige Witterungsverhältnisse auf dem Atlantik hätten letztlich erst dazu geführt, dass das in Bananenkartons versteckten Kokain nach Deutschland gelangt ist.