Mord an 17-Jähriger

Bewegende Facebook-Mitteilung von Annelis Eltern

Bei Facebook bedankt sich die Familie der ermordeten Anneli für die "große Anteilnahme". Die genaue Todesursache ist noch unklar.

Im Namen der Familie der getöteten Anneli wurde am Dienstag ein bewegender Post bei Facebook veröffentlicht, in dem sich die Familie für die große Anteilnahme am Schicksal ihrer Tochter bedankt.

Wörtlich heißt es dort: „Stellvertretend für unsere Familie möchte ich mich für die große Anteilnahme bedanken. Die Eltern haben mich gebeten, Euch über diesen Weg mitzuteilen, dass sie vor ihrem Haus eine Gedächtnisecke für ihre geliebte Tochter Anneli-Marie eingerichtet haben. Wer eine Möglichkeit sucht, seiner Trauer Ausdruck zu geben, kann dies hier gern tun.“

Diese Stellungnahme wurde hundertfach geteilt und kommentiert. Ein Nutzer schreibt: "Ich wünsche dir und der ganzen Familie viel Kraft für die kommende Zeit. Es tut mir so unsagbar leid." Ein anderer Nutzer schreibt: "Liebe Familie, mein tiefstes Mitgefühl und Beileid. In dieser für Euch sehr schweren Zeit wünsche ich viel Kraft. Ein anderer schreibt: "Das ist einfach unfassbar traurig und niederschmetternd. Mein herzlichstes Beileid. Viel Kraft, Liebe und Zusammenhalt.

Wurde Anneli erdrosselt? Todesursache noch unklar

Auch nach der Obduktion der mutmaßlich von zwei Männern entführten und ermordeten Anneli steht die genaue Todesursache nicht fest. „Es sind weitere toxikologisch-chemische Untersuchungen notwendig, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase, am Mittwoch.

In den Haftbefehlen für die 39- und 61-jährigen Tatverdächtigen werde zwar davon ausgegangen, dass die 17-Jährige erdrosselt wurde. „Es kommen aber auch andere Möglichkeiten in Betracht“, erklärte Haase. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor unter Berufung auf den Leitenden Staatsanwalt von „Strangulation mit einem Gurt“ geschrieben.

Tatverdächtige wollten 1,2 Millionen Euro erpressen

Die beiden Männer hatten Anneli vermutlich am vergangenen Donnerstag auf einem Feldweg nahe dem sächsischen Meißen in ihre Gewalt gebracht, als das Mädchen den Hund der Familie ausführte. Die verschuldeten Entführer wollten nach den bisherigen Ermittlungen 1,2 Millionen Euro erpressen. Eine Geldübergabe scheiterte am gewählten technischen Verfahren.

Die Ermittler können weiterhin nicht sicher sagen, wann die Tochter eines Unternehmers starb. „Wir gehen nach wie vor von Freitag aus“, sagte Haase. Als sich Polizei und Eltern am Sonntag an Öffentlichkeit und Entführer wandten, war Anneli demnach längst tot.

Nach tagelanger intensiver Suche mit rund 1200 Beamten, Hunden und Hubschrauber wurde am Montagabend die Leiche einer jungen Frau gefunden - in einem Dreiseithof in Lampersdorf im Landkreis Meißen nahe Annelis Wohnort. Der jüngere der Tatverdächtigen, ein gebürtige Schwabe, hatte bis vor kurzem mit Frau und zwei Kindern dort gewohnt.

DNA-Untersuchung steht noch aus

Vom Augenschein her ist das Mädchen klar identifiziert, das DNA-Ergebnis steht aber noch aus. „Der wissenschaftliche Nachweis fehlt noch“, sagte Haase. Indes gebe es auch nach der rechtsmedizinischen Untersuchung keine Anhaltspunkte dafür, dass die 17-Jährige sexuell missbraucht wurde.

Den beiden Verdächtigen werden gemeinschaftlicher Mord und erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen. Der Ältere hatte sich zur Tat geäußert, er will das Mädchen aber nicht getötet haben. Er gab nach seiner Festnahme in Dresden den entscheidenden Hinweis auf den Fundort der Leiche. Der Jüngere, der in einem Ort nahe Bamberg in Bayern gefasst wurde, schweigt bisher.