Sommerhitze

Schäden, Algenplage, Munition - Sommerhitze in Deutschland

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Viele Menschen gehen im Flussbett der Elbe spazieren - was aber nicht ungefährlich ist

Viele Menschen gehen im Flussbett der Elbe spazieren - was aber nicht ungefährlich ist

Foto: Jens Wolf / dpa

Die Sommerhitze setzt Deutschland immer mehr zu - Autobahnen brechen, Strände sind gesperrt - und in der Elbe taucht Munition auf.

Das anhaltende Niedrigwasser hat insbesondere an der Elbe vermehrt Patronen, Minen und Granaten zutage gebracht. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst habe deshalb an manchen Tagen mehrere Einsätze gehabt, teilte ein Sprecher am Freitag in Magdeburg mit. Funde hätten beispielsweise Angler gemeldet, die sich neue Plätze für ihr Hobby suchen mussten - aber auch Spaziergänger, die in ausgetrockneten Teilen des Flussbetts unterwegs waren. Es habe auch Munition gegeben, die vor Ort gesprengt werden musste. Beim Verdacht auf Kampfmittel müsse sofort die Polizei gerufen werden. Dass das Material mehr als 70 Jahre lang Umwelteinflüssen ausgesetzt war, macht es den Angaben zufolge noch gefährlicher.

Die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben bislang zu 19 Hitzeschäden auf Deutschlands Autobahnen geführt. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, wie die „Passauer Neue Presse“ am Freitag berichtete. Bei anhaltend großer Hitze dehnen sich Betonfahrbahnen aus. Dies führt zu Verwerfungen, sogenannten Blow-ups, die bei hohen Geschwindigkeiten gefährlich werden können.

Drei Blow-ups auf Autobahnen in Berlin

In Baden-Württemberg kam es der Bundesregierung zufolge bislang zu sechs Blow-ups, in Bayern zu vier, in Berlin zu drei, in Brandenburg und Rheinland-Pfalz jeweil zu zwei sowie zu einem in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

2013 hatten die Bundesländer demnach noch 30 Fälle von Hitzeschäden auf Betonfahrbahnen gemeldet, im vergangenen Jahr waren es 18. Zu Hitzeschäden an Asphaltfahrbahndecken, die sich unter anderem in Form von Spurrillen zeigen, hat die Bundesregierung keine Informationen aus den Ländern vorliegen.

Sraßenschäden in Brandenburg

Auch in Brandenburg gebe es viele Hitzeschäden, sagte Vorstandsmitglied Thomas Heyne vom Landesbetrieb Straßenwesen am Freitag. Sie seien bislang aber noch nicht gravierend. Die Straßenmeistereien würden darauf mit vielen Kontrollfahrten reagieren, erklärte er.

Auf Autobahnen bereiten demnach vor allem Abschnitte vor Brücken Probleme, wo die Fahrbahn von Beton auf Asphaltbelag wechselt. Hier kommt es den Angaben zufolge es oft zu Wölbungen, die schnell abgefräst werden müssten. Auf Bundes- und Landstraßen macht indes die Sonne den Asphaltdecken zu schaffen, die durch Hitze klebrig werden.

Strandabschnitte in Polen gesperrt

Probleme gibt es auch in Polen: Mitten in der Hauptreisezeit herrscht an zahlreichen Strandabschnitten der polnischen Ostseeküste Badeverbot. Grund sind die Algenteppiche, die etwa an den Badeorten Sopot oder Wladyslawowo nach einer tagelangen Hitzewelle angeschwemmt wurden. Bei Wassertemperaturen von 22 Grad und mehr haben Bakterien ideale Wachstumsbedingungen, warnte die Sanitätsbehörde Sanepid.

Vor allem in der Danziger Bucht und auf der Halbinsel Hel wird mit roten Flaggen das Baden im Meer untersagt. Auch wenn die Temperaturen in Polen Anfang kommender Woche allmählich sinken sollen, ist derzeit nicht absehbar, wann an den Stränden Entwarnung gegeben werden kann, sagte ein Behördensprecher am Freitag im polnischen Nachrichtensender TVN24.


( dpa )

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