Centennial –

Opfer-Familien aufgebracht: Amokläufer entgeht Todesstrafe

Centennial.  Drei Jahre nach seinem Amoklauf in einem Kino in der US-Stadt Aurora mit zwölf Toten und 70 Verletzen ist James Holmes der Todesstrafe entgangen. Stattdessen soll der 27-Jährige für den Rest seines Lebens hinter Gitter. Richter Carlos Samour verkündete am Freitagabend in Centennial (US-Staat Colorado) die Entscheidung der Geschworenen, die eine vorzeitige Haftentlassung nicht zulässt.

Nach mehr als sechsstündigen Beratungen über zwei Tage hatte sich die Jury nicht auf eine Strafe für Holmes einigen können. Es sei nicht möglich gewesen, die Meinungsverschiedenheiten zu lösen, zitierte CNN am Sonnabend eine Frau aus der Jury. Um die im Bundesstaat Colorado kaum noch angewendete Todesstrafe zu verhängen, wäre eine einstimmige Entscheidung nötig gewesen.

Vielen Angehörigen der Opfer fiel es schwer, das Jury-Urteil zu akzeptieren. „Das ist keine Gerechtigkeit“, zitierte CNN den Großvater einer Getöteten. „Er lebt, er atmet. Unsere Liebsten sind tot.“ Einige betroffene Familien hätten Holmes sterben sehen wollen, schrieb CNN unter Berufung auf Sandy Philipps, die bei dem Blutbad ihre Tochter verloren hatte. Für sie selbst und ihren Mann sei die Todesstrafe nicht entscheidend gewesen, aber viele Familien seien jetzt sehr aufgebracht, sagte sie.

Holmes hatte im Juli 2012 zwölf Menschen in dem Kino erschossen und 70 verletzt. Er nahm das Strafmaß ohne Regung zur Kenntnis. Nach Verlesung der Entscheidung stand er mit Händen in den Hosentaschen zwischen seinen Verteidigern und blickte zu Boden. Im Gerichtssaal war während der Verlesung des Strafmaßes mehrfach kurzes Schluchzen zu hören, Angehörige weinten.

( dpa )

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