Lauenburg/Drage –

Vermisster Familienvater aus Drage ist tot

| Lesedauer: 2 Minuten

Nach der Bergung des Ertrunkenen geht die Suche nach seiner Frau und der Tochter weiter

Lauenburg/Drage. Die Idylle trügt am sonnigen Elbufer im schleswig-holsteinischen Lauenburg. Während Ausflügler am Sonnabend das schöne Wetter genießen, sind Polizeitaucher sowie ein Sonarboot weiter auf der Suche nach einer vermissten Frau und ihrer zwölfjährigen Tochter aus dem nahen niedersächsischen Drage. Die Hoffnung, die beiden lebend zu finden, ist geschrumpft. Am Freitag zogen Feuerwehrleute den ebenfalls seit mehr als einer Woche spurlos verschwundenen Familienvater tot aus der Elbe. Für die Ermittler wird damit ein erweiterter Suizid immer wahrscheinlicher – ein Familiendrama könnte der Hintergrund sein.

„Das ist das Problem, dass wir keinerlei Hinweis haben auf das, was da geschehen sein könnte“, sagt Polizeisprecher Jan Krüger am Sonnabend. Bei dem ertrunkenen 41-Jährigen sei keinerlei Hinweis auf den Verbleib von Frau und Tochter gefunden worden – ein Abschiedsbrief etwa. Auch im Haus der Familie Schulze hatten die Fahnder keinen entdeckt.

Anlass zum Rätselraten, vielleicht aber auch eine Spur zu den beiden weiter Vermissten bietet ein silberfarbenes Damenfahrrad, das Feuerwehrtaucher in der Nacht zum Sonnabend unterhalb der Elbbrücke geborgen haben. Die Stelle, an der die Taucher es auf dem Flussgrund fanden, lasse darauf schließen, dass der Familienvater mit dem Rad auf die Brücke gefahren sei, es ins Wasser geworfen habe und hinterhergesprungen sei. Allerdings handelt es sich nicht um das Herrenrad aus dem Besitz der Familie, das die Fahnder vermissen, sondern um ein Frauenfahrrad unbekannter Herkunft. Die Fahnder hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Kein Hinweis auf Dritte

Hinweise, dass Dritte in das Verschwinden der Familie verwickelt sind und es sich um ein Verbrechen handelt, haben die Ermittler weiterhin nicht. „Fremdeinwirkung kann dabei ausgeschlossen werden“, hieß es nach der Obduktion des Toten. Die Leiche war mit einem Betonklotz mit einem Gewicht von etwa 25 Kilogramm beschwert gewesen, wie er auf Baustellen verwendet wird. Oben, hinter dem Brückengeländer, finden sich diese Elemente. Eines fehlt.

Inzwischen läuft die Fahndung seit mehr als einer Woche. Zeugen wollen den 41-Jährigen am Donnerstag vergangener Woche das letzte Mal gesehen haben. Die Spuren von Frau und Tochter verlieren sich schon am Tag zuvor.

( dpa )

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