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Pressefreiheit: CDU-Politiker Koeppen zieht Ärger auf sich

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Netzpolitik.org wegen Landesverrat. CDU-Politiker Jens Koeppen verteidigt das Vorgehen - und erntet Kritik.

Markus Beckedahl, Gründer des Blogs Netzpolitik.org, in seinem Büro in Berlin: Sein Blog zählt zu den bekanntesten in Deutschland.

Markus Beckedahl, Gründer des Blogs Netzpolitik.org, in seinem Büro in Berlin: Sein Blog zählt zu den bekanntesten in Deutschland.

Foto: Britta Pedersen/Archiv

Berlin. Die Bundesanwaltschaft wirft Journalisten des Blogs netzpolitik.org Landesverrat vor. Es geht um die Veröffentlichung von Informationen und Dokumenten des Bundesamts für Verfassungsschutz. Die deutsche Medienlandschaft reagiert mit scharfer Kritik auf die Ermittlungen. Auch in den sozialen Netzwerken ist die Empörung groß.

Einige Politiker, darunter der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen, sehen es jedoch anders. Auf Twitter veröffentlichte der Vorsitzende des Ausschusses für Digitale Agenda im Bundestag am Freitag zwei Beiträge, in denen er Journalisten in die Pflicht nimmt. Er schreibt: "Wenn etwas als "Verschlusssache - vertraulich" eingestuft wird, dann gilt das auch für Journalisten und die, die es gerne sein wollen..." Koeppen bezieht sich damit auf die genannten Veröffentlichungen durch Netzpolitik. Wenig später schiebt der CDU-Mann dann noch hinterher: "Wofür die Pressefreiheit heutzutage alles herhalten muss. Ups..."

Zahlreiche Journalisten und auch Politiker haben die Tweets von Koeppen am Freitag aufgegriffen. Eine Übersicht - und die komplette Geschichte - haben wir in unserem Storify zusammengefasst.