Wrackteile gefunden

Mysterium MH370 vor der Aufklärung? Was bisher bekannt ist

| Lesedauer: 3 Minuten
Dieses Wrackteil wurde an der Künste der Insel La Réunion angespült

Dieses Wrackteil wurde an der Künste der Insel La Réunion angespült

Foto: AP

Seit fast 17 Monaten ist der Flug MH370 das große Rätsel in der Geschichte der Luftfahrt. Nun gibt es eine heiße Spur vor La Réunion.

Am 8. März 2014 brach der Kontakt zu Flug MH370 der Malaysia Airlines ab. Seitdem ist die Maschine spurlos verschwunden. Nun gibt ein vor der Insel gefundenes Wrackteil - offensichtlich ein Flügelklappe neue Hoffnung, das große Rätsel zu lösen. Malaysische und australische Experten reisten nun dorthin. Die eindeutige Identifizierung soll jedoch mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen. Fragen und Antworten zu dem Fall.

Wo wurde das Wrackteil gefunden?

Das rund zwei Meter lange Flügelstück wurde am Mittwoch an der Küste bei Saint-André im Osten der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion im Indischen Ozean gefunden worden - Hunderte Kilometer vor der Ostküste Afrikas.

Was macht die gefundene Flügelklappe zur heißen Spur?

Die Flügelklappen einer Boeing 777 haben einige einzigartige Merkmale. Fotos des auf La Réunion angeschwemmten etwa zwei Meter langen Wrackteils zeigen starke Ähnlichkeiten. Und die Maschine von Flug MH370 ist die einzige dieses Typs weltweit, die vermisst wird. An dem Wrackteil wurde die aufgedruckte Nummer BB670 gefunden - möglicherweise eine Wartungsnummer.

Was würde es bedeuten, wenn das Wrackteil tatsächlich zu Flug MH370 gehört?

Es wäre es die erste Bestätigung, dass die Maschine wie vermutet in den Indischen Ozean krachte - und nicht an einen abgelegenen Ort entführt wurde. Mehr vorerst nicht. Das Hauptwrack könnte weit entfernt liegen. Das Flugklappe ist in der Regel sehr leicht und schwimmfähig. Experten weisen darauf hin, dass es schon früher Fälle gegeben habe, bei denen im Indischen Ozean treibende Objekte riesige Distanzen zurückgelegt hätten.

Wann gab es den letzten Kontakt zur Crew?

Die Piloten melden sich 40 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur zum letzten Mal beim Tower, ohne Hinweis auf Probleme. Weniger als eine Stunde nach dem Start mit dem Ziel Peking verschwindet die Maschine vom Radar.

Wie und wo verschwand die Maschine?

Die Maschine wich aus bislang ungeklärten Gründen von ihrer Route ab. Kurz nach dem letzten Kontakt änderte sie abrupt den Kurs und fliegt erst nach Westen, dann nach Süden. Satellitenauswertungen ergeben, dass das Flugzeug noch rund sieben Stunden weiterflog und vermutlich im Indischen Ozean knapp 2000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste abstürzt, als der Treibstoff ausgeht.

Wo wurde bisher gesucht?

Anhand der Satellitensignale wurde ein riesiges Gebiet um die vermutete Absturzstelle in einer der unwegsamsten Ozeanregionen mit rauem Wetter abgesteckt. Schiffe suchen mit Unterwassergerät seit mehr als einem Jahr dort. 55.000 der 120.000 Quadratkilometer haben sie bislang ergebnislos untersucht.

Wieviele Menschen waren an Bord und gelten als verschollen?

Insgesamt waren 227 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder in der Maschine. Die Menschen aus 14 Ländern.

China: 153

Malaysia: 50

Indonesien: 7

Australien: 6

Indien: 5

Frankreich: 4

USA: 3

Je zwei aus der Ukraine, Neuseeland, Kanada, Iran.

Je einer aus den Niederlanden, Russland, Taiwan.

Die beiden Iraner standen ursprünglich als Österreicher und Italiener auf der Passagierliste. Wie sich herausstellte, wollten sie mit gestohlenen Pässen über Peking nach Europa gelangen.

Was sind die gängigsten Theorien zum Verschwinden?

1. Ein technischer Defekt setzt Gas an Bord frei, Besatzung und Passagiere werden ohnmächtig, die Maschine fliegt auf Autopilot weiter.

2. Ein Pilot will sich das Leben nehmen und lenkt die Maschine ins Verderben.

3. Entführer übernehmen die Gewalt, können die Maschine aber nicht lenken.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos