Generation 65plus

65 oder älter - und stolz darauf

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Alt und gebrechlich? Von wegen. Senioren sind fit, surfen im Internet, arbeiten oder studieren. Das hat eine Untersuchung ergeben.

Sie fühlen sich fit, surfen im Internet, gehen zur Arbeit oder an die Uni: Jeder Fünfte Mensch in Deutschland ist 65 Jahre oder älter. Doch von Ruhestand kann bei vielen nicht die Rede sein. Senioren sind heute deutlich aktiver als noch vor wenigen Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Mittwoch in Berlin veröffentlichter Bericht zur Lebenssituation der „Generation 65 plus“ des Statistischen Bundesamtes. Was treibt diese „jungen“ Alten an?

Wie viele Menschen sind 65 Jahre oder älter?

In Deutschland lebten Ende 2013 den Statistikern zufolge rund 81 Millionen Menschen. Davon waren etwa 17 Millionen Menschen 65 Jahre oder älter. Damit gehörte ungefähr jeder Fünfte in Deutschland zur sogenannten Generation 65 plus. Bis zum Jahr 2060 wird sich der Anteil demnach auf voraussichtlich 33 Prozent erhöhen.

Sind die Alten noch berufstätig?

Die Zahl der älteren Erwerbstätigen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. 2014 gingen in Deutschland 14 Prozent der Menschen im Alter von 65 bis 69 Jahren einer bezahlten Arbeit nach. 2005 waren es mit sechs Prozent noch weniger als die Hälfte davon.

Wie viele von ihnen leben von der Rente?

Auch wenn ältere Menschen teilweise immer noch arbeiten, finanziert die Mehrheit der Senioren laut statistischem Bundesamt ihren Lebensunterhalt überwiegend durch den Bezug einer Rente oder Pension. Im Jahr 2014 traf das auf 88 Prozent der Generation 65 plus zu.

Wie viele Senioren leben in Armut?

14,9 Prozent der Generation 65 plus waren im Jahr 2013 armutsgefährdet. Damit lag deren Quote unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung von 16,1 Prozent. Frauen waren in allen Altersgruppen stärker armutsgefährdet als Männer. Als armutsgefährdet galten in Deutschland Menschen, deren Nettoeinkommen einschließlich staatlicher Hilfen geringer als 979 Euro im Monat war.

Wie und wo lebt die Generation 65 plus?

Im Jahr 2014 lebte ein Drittel der 65-jährigen und älteren Menschen allein. Die Mehrheit der Generation 65 plus (62 Prozent) lebte jedoch in einer Paargemeinschaft, das heißt mit dem Ehe- oder Lebenspartner zusammen. Menschen in Alters- oder Pflegeheimen berücksichtigten die Statistiker in ihrem Bericht nicht.

Wie „online“ ist die Generation 65 plus?

„Auch in anderen Lebensbereichen sind ältere Menschen heute sehr viel aktiver als noch vor wenigen Jahren“, sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes. So nutzten im vergangenen Jahr 57 Prozent der Senioren einen Computer. Seit 2010 sei dieser Anteil um acht Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil der Internetnutzer bei Menschen ab 65 Jahre hat sich im selben Zeitraum um zehn Punkte auf 45 Prozent erhöht. Männer gingen dabei deutlich häufiger ins Netz als Frauen. Die meisten schrieben E-Mails, informierten sich über Produkte, buchten Reisen, lasen Nachrichten oder machten Online-Banking.

Wie viele Alte gehen an die Universität?

In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der 65-jährigen und älteren Gaststudenten den Statistikern zufolge an den Unis um 20 Prozent. Mehr als die Hälfte (7800) davon waren Männer. Mit 2700 Gasthörern war Geschichte das beliebteste Studienfach, gefolgt von Philosophie.

Wie fit fühlen sich die Senioren?

Etwas mehr als drei Viertel der 65-Jährigen und Älteren fühlen sich fit. Mit zunehmendem Alter steigt aber der Anteil, der sich gesundheitlich beeinträchtigt fühlt: Bei den 65 bis 69-Jährigen bezeichneten sich im Jahr 2013 rund 18 Prozent als krankoder unfallverletzt, in der Altersgruppe ab 75 Jahre waren es 28 Prozent. Der Anteil der Senioren an allen Behandlungen im Krankenhaus stieg in den vergangenen zehn Jahren von 38,5 auf 43,2 Prozent. 2,2 Millionen Menschen ab 65 Jahren waren zum Jahresende 2013 pflegebedürftig. Zwei Drittel wurden zu Hause versorgt.

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