Wegen Fußballtor

Massenschlägerei unter Flüchtlingen in Trier

In einer Aufnahmeeinrichtung prügeln Dutzende Flüchtlinge aufeinander ein. Mehrere Hundert weitere feuerten die Prügelnden an

Die Polizei versuchte die handgreifliche Auseinandersetzung der Flüchtlinge zu schlichten

Die Polizei versuchte die handgreifliche Auseinandersetzung der Flüchtlinge zu schlichten

Foto: Harald Tittel / dpa

Bei einem Fußballspiel in einer Unterkunft für Asylbewerber in Trier haben sich mehrere Dutzend Flüchtlinge eine Massenschlägerei geliefert. Dabei wurde am Montagabend ein syrischer Flüchtling verletzt. Auslöser war nach Angaben von Innenminister Roger Lewentz (SPD) ein Tor, das ein syrisches gegen ein albanisches Team erzielten. Daraufhin gingen Zuschauer aufeinander los. Der Sicherheitsdienst alarmierte die Polizei, mehr als 70 Einsatzkräfte trennten die streitenden Parteien und brachten die Situation unter Kontrolle. Drei Bewohner im Alter von 21 bis 25 Jahren wurden vorübergehend festgenommen.

Jetzt soll eine Polizeistreife die Außenstelle der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (Afa) rund um die Uhr sichern, wie Lewentz nach einem Besuch der Einrichtung am Dienstag mitteilte. Diese Polizeipräsenz solle deeskalierend wirken. Syrische Asylbewerber hätten sich mehr Schutz gewünscht. Fußballspiele soll es in der Unterkunft bis auf weiteres nicht mehr geben. In der Afa-Außenstelle sind zurzeit 1450 Menschen untergebracht - im Herbst vergangenen Jahres hatten die Behörden die Kapazität dieser Einrichtung noch mit 369 angegeben.

Lewentz, der zurzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz ist, nahm den Vorfall zum Anlass, seine Forderung nach einer schnellen Besetzung der vom Bund zugesagten 2000 zusätzlichen Stellen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu bekräftigen. So könnten insbesondere Anträge von Asylbewerbern aus dem westlichen Balkan zügiger bearbeitet werden, denen das Asylrecht kaum eine Chance auf einen positiven Bescheid gibt. „Die Stellen sind da, jetzt muss das auch mit Hochdruck mit Leben gefüllt werden“, sagte Lewentz der Deutschen Presse-Agentur.

Bei Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien stelle sich die Frage, warum sie erst in den Einrichtungen der Erstaufnahme bleiben müssten, wenn ihnen der Aufenthalt in Deutschland ohnehin in nahezu allen Fällen ermöglicht werde.

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