Villeneuve-la-Garenne –

Bewaffnete überfallen Primark-Filiale nahe Paris

| Lesedauer: 3 Minuten

18 Angestellte von Polizei in Sicherheit gebracht. Die Suche nach den Tätern läuft

Villeneuve-la-Garenne –.  Nach einem Überfall auf eine Filiale der irischen Modekette Primark nördlich von Paris sind die – nach widersprüchlichen Informationen – zwei oder drei bewaffneten Täter verschwunden. Spezialeinheiten suchten vergeblich nach den Angreifern. „Sie scheinen geflohen zu sein, die Suche geht außerhalb des Einkaufszentrums weiter“, sagte ein Ermittler.

Im Einkaufszentrum in Ville­neuve- la-Garenne werde nach ihnen gesucht, berichteten französische Medien unter Berufung auf Ermittler. Es gebe keine Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund, sagte die Polizei. Es gebe keine Verletzten, berichtete der Fernsehsender BFMTV. Eine Person soll einen Schwächeanfall erlitten haben.

Es blieb zunächst unklar, ob es sich um zwei oder drei Täter handelte. „Ich habe zwei Räuber gesehen, sie waren schwarz gekleidet und maskiert“, sagte ein Lieferant, der Zeuge des Überfalls wurde. „Sie waren ruhig, hatten es nicht eilig.“ Einer der Männer habe ein Gewehr, womöglich eine Pumpgun gehabt. „Sie haben sicherlich Geld gesucht, das ist ein Laden, der sehr gut läuft.“

Überwachungskameras sollen aufgenommen haben, wie die Täter die Einkaufsmeile betraten. Gegen 6.30 Uhr waren sie eingedrungen. Eine Flucht sei nicht aufgezeichnet worden, hieß es. Die Polizei sperrten das Gebiet um das Einkaufszentrum „Qwartz“ weiträumig ab. Straßen wurden für den Verkehr gesperrt, Geschäfte blieben geschlossen. Gegen Mittag rückten die Sondereinheiten der Polizei wieder ab. Ob die Angreifer Beute machten, war zunächst unklar. Unbestätigt blieb zudem, ob es am Morgen eine Geiselnahme gegeben hatte. Eine der Angestellten soll eine SMS an einen Freund geschickt und von einer Geiselnahme mit zwei Tätern berichtet haben. Beamte der Spezialeinheit Raid brachten dann am Vormittag 18 Menschen aus einer Kantine des Einkaufszentrums in Sicherheit. Ob sie vorübergehend in der Gewalt der Täter waren oder sich dort gegen einen Zugriff der Täter verschanzt hatten, dazu gab es am Montagnachmittag widersprüchliche Informationen. Die Bewaffneten sollen versucht haben, die Primark-Filiale auszurauben. Dabei soll einer der Täter erkannt worden sein – er ist Mitarbeiter der Filiale.

Das Einkaufszentrum Quartz besteht aus 165 Geschäften und gastronomischen Einrichtungen, verteilt auf 86.000 Quadratmeter.

Die Billig-Textilkette Primark mit Hauptsitz in Dublin bietet Kleidung zu extrem niedrigen Preisen an. Die Kette unterhält Läden in mehreren europäischen Ländern, auch in Deutschland, darunter in Berlin. Im vergangenen Jahr geriet das Unternehmen in die Kritik. Ihm wurden menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne vorgeworfen.

Frankreich hat die Sicherheitsvorkehrungen seit den islamistischen Anschlägen auf die Redaktion der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt im Januar erhöht. Die Attentäter töteten damals 17 Menschen. Im Juni köpfte ein mutmaßlicher Islamist seinen Chef und versuchte anschließend, eine Gasfabrik in die Luft zu sprengen.

( AFP/dpa )

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