Germanwings-Absturz

Trauerkonvoi der toten Schüler erreicht Haltern

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Foto: AP

Eine Sondermaschine hat die ersten 44 Germanwings-Opfer nach Deutschland gebracht. Ein Trauer-Konvoi mit den Särgen von 16 Schülern und zwei Lehrerinnen fuhr danach durch die Stadt Haltern.

Zweieinhalb Monate nach der Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen sind 16 Schüler, ihre beiden Lehrerinnen sowie 26 weitere Opfer nach Deutschland zurückgebracht worden. Die Angehörigen können endlich Abschied nehmen. Ende der Woche sollen die ersten Opfer beerdigt werden.

Ein Konvoi aus weißen und schwarzen Leichenwagen fuhr nach Haltern am See – die Spanischschüler der zehnten Klasse stammten aus der Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets. Angehörige der insgesamt 44 zurückgebrachten Toten nahmen am Mittwoch, abgeschottet von der Öffentlichkeit, die Särge mit den sterblichen Überresten am Düsseldorfer Flughafen in einer Zeremonie in Empfang.

Der Konvoi wurde gesäumt von einer Polizei-Eskorte und Wagen mit Angehörigen. In Haltern fuhren die Fahrzeuge am Joseph-König-Gymnasium vorbei, in dem die Jugendlichen zur Schule gingen. Zahlreiche Menschen mit weißen Rosen und Grablichtern in den Händen drückten am Straßenrand ihre Anteilnahme aus. Unter ihnen waren viele Schüler des Gymnasiums, die sich an den Händen hielten und Tränen in den Augen hatten.

Bei der Germanwings-Katastrophe starben alle 150 Menschen an Bord der Maschine, unter ihnen 72 Deutsche. Das Flugzeug zerschellte am 24. März in den Alpen, nachdem der Copilot absichtlich einen Sinkflug auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf eingeleitet haben soll.

Auch die Überführung der Särge von Opfern anderer Nationen lief am Dienstag an. Ob am Dienstagabend Angehörige am Düsseldorfer Flughafen waren, blieb zunächst offen. Nach der Landung rollte die Lufthansa-Maschine mit den Opfern in eine nicht einsehbare Halle.

Am Gedenkort für die Toten am Flughafen standen Blumen und Pinnwände mit Zetteln, auf denen Menschen ihre Anteilnahme mit den Angehörigen ausdrückten. Die Särge sollten an diesem Mittwoch in einer würdevollen Zeremonie an die Angehörigen übergeben werden.

Nächste Sondermaschine am Montag

Die Lufthansa setzt die Überführung der Todesopfer am kommenden Montag fort. Dann werde eine Sondermaschine von Marseille nach Barcelona starten, sagte ein Sprecher der Airline am Mittwoch in Frankfurt.

( dpa/mim )