Texas

Nach Polizeigewalt bei Poolparty - Beamter quittiert den Dienst

| Lesedauer: 3 Minuten

Ein Polizist geht bei einer Poolparty auf eine 15-Jährige los, ein Teenager filmt das brutale Vorgehen. Nach Protesten hat der Beamte jetzt Konsequenzen gezogen.

Der nach seinem harten Durchgreifen gegen schwarze Jugendliche mit Rassismusvorwürfen konfrontierte Polizist im Norden von Texas ist zurückgetreten. In einem Video ist zu sehen, wie der weiße Beamte am Rande einer Party in einem Schwimmbad in der Stadt McKinney eine 15-Jährige, die nur mit einem Bikini bekleidet ist, mit den Knien auf den Boden drückt. Er richtete zudem seine Dienstwaffe auf eine Gruppe weiterer schwarzer Jugendlicher. Der Vorfall hatte landesweite Beachtung gefunden und in McKinney zu Protesten geführt.

Seinen Rücktritt reichte der US-Cop am Dienstag bei der Polizeibehörde von McKinney ein, wie seine Anwältin erklärte. Er war seit fast zehn Jahren im Dienst. Er habe unter anderem Morddrohungen erhalten, sagte Anwältin Jane Bishkin. Weitere Informationen wollte sie am Mittwoch bei einer Pressekonferenz veröffentlichen.

Polizeichef Greg Conley hatte den 41-Jährigen nach dem Zwischenfall zunächst beurlaubt. Das Vorgehen des Beamten sei „unvertretbar“ gewesen, sagte Conley nach der Bekanntgabe des Rücktritts. Der Polizeichef machte klar, er habe ihn nicht zum Verlassen der Einheit aufgefordert.

41-Jähriger habe Kontrolle über sich verloren

Der Polizist und insgesamt elf seiner Kollegen waren am Freitag zu der Poolparty gerufen worden. Ein Video, das ein anderer Teenager aufgenommen und im Internet veröffentlicht hatte, zeigt das harte Einsteigen des Mannes. Während der 41-Jährige offenbar die Kontrolle über sich verloren habe, hätten die weiteren elf Cops sich so verhalten, wie sie es im Training gelernt hätten, sagte Conley nach der Auswertung der Aufnahme.

Nach Angaben der Polizei wohnten die Jugendlichen nicht in dem wohlhabenden und mehrheitlich von Weißen bewohnten Vorort von Dallas, in dem die Party stattfand, eingeladen waren sie zu der Feier auch nicht. Unter anderem seien mehrere Jugendliche über einen Zaun geklettert, um zum Pool zu gelangen. Daraufhin sei es zu Auseinandersetzungen mit den eingeladenen Gästen und rassistischen Kommentaren gekommen.

Das Vorgehen von Polizist Eric C. löste eine Debatte in McKinney aus. Im TV-Sender äußerten sich die Jugendliche, ihre Mutter und Anwohner unterschiedlich. Während manche Anwohner das Vorgehen des Polizisten als „angemessen“ bezeichneten, warf die Mutter der Polizei exzessive Gewalt vor.

Ferguson löste Debatte über Polizeigewalt gegen Schwarze aus

Protestierende, die diese Woche vor einer Schule in McKinney gegen das Vorgehen des Polizisten demonstriert hatten, verglichen den Vorfall mit andere Fällen von gewalttätigen Aktionen weißer Polizisten gegen Schwarze in Baltimore und Ferguson. Vor allem der Fall in der Kleinstadt Ferguson hatte in den USA eine landesweite Debatte über Polizeigewalt gegen Dunkelhäutige forciert.

Der Rücktritt sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Dominique Alexander, der Präsident der Aktivistengruppe, die die Proteste in McKinney organisiert hatte. Es bedürfe aber nach wie vor einer ernsthaften Ermittlung zu dem Fall. Unter anderem forderte er, den zurückgetretenen Polizisten auf Drogen zu testen. Die führende Bürgerrechtsorganisation NAACP rief das US-Justizministerium zu Untersuchungen der Polizeibehörde von McKinney auf.

Dem Polizisten war schon einmal exzessive Anwendung von Gewalt vorgeworfen worden. Bei der Festnahme eines jungen Schwarzen waren 2007 bei einer Verkehrskontrolle Drogen gefunden worden. Der Mann warf dem Cop und seinen Kollegen anschließend vor, ihn gewaltsam durchsucht und dabei die Hose heruntergezogen zu haben. Außerdem sei sein Kopf gegen die Motorhaube seines Autos geschlagen worden. Die Klage wurde 2009 abgelehnt.

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